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06.03.2020:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

15. Jahrgang - Ausgabe 10 (06.03.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Panik setzt sich fort, Notenbank schürt das Feuer
02.So tickt die Börse: Jay Powells zweiter Fehler
 - Continental: Realitätsverweigerung
 - Zocken zu gefährlich
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Anlegersentiment weiterhin von Panik dominiert
 -
04.Ausblick: Dividendenaktien gegen Coronavirus geimpft
05.
06.
07.Update beobachteter Werte
 Hamster ausverkauft
 Kaufen als Absicherung gegen erneuten Rückschlag
 Schlechtes Management, Stopp Loss beibehalten
 Verkaufen, Cash generieren
 Durchwachsene vorläufige Zahlen
 Jack Dorsey gibt Fehler bei Tweet über Afrika zu
 Umstellung auf Cloud-Abo kostet Zeit und Geld
08.Übersicht HT-Portfolio
09.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
10.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Panik setzt sich fort, Notenbank schürt das Feuer

Liebe Börsenfreunde,

Der Ausverkauf nimmt historische Form an: Vergleiche mit 1987 werden aus der Schublade gezogen, denn so viele Tage hintereinander ohne nennenswerte Gegenbewegung gab es nie zuvor. Man könnte meinen, in der Finanzwelt rechnet man damit, dass der Coronavirus unser Wirtschaftsleben vollständig zum Erliegen bringt.

In Kapitel 02 schaue ich mir näher an, wie genau dieser Ausverkauf abläuft: Wer genau hat Panik: Menschen? Oder sind Algorithmen einfach nur falsch programmiert? Wer hat den ganzen Schlamassel ausgelöst? Natürlich der Coronavirus, aber der Auslöser ist nicht immer auch gleich die Ursache.

Wenn Sie Kinder oder Enkel haben, können Sie meiner Ansicht nach Adidas, Disney oder den BVB kaufen, denn das sind drei Markennamen, die es auch in 10 Jahren noch geben wird. Dann wird man lächelnd auf diese Episode zurückblicken.

Das Anlegersentiment ist weiterhin extrem panisch, verunsichert, aber gleichzeitig extrem optimistisch für die Zukunft, gepaart mit hoher Investitionsbereitschaft. Die Extremwerte der vergangenen Woche werden zwar nicht nochmals erreicht, dennoch liegen die Nerven offen. Was das bedeutet, lesen Sie in Kapitel 03.

Die Wunschanalyse über Dividendenaktien vor einer Woche war der Startschuss, ich habe diese Woche meine 11 Dividendenfavoriten einer näheren Untersuchung unterzogen. Übrig geblieben sind nur noch vier Aktien, die alle hochgesteckten Anforderungen für langfristige Dividendenkönige erfüllen. Meine detaillierte Analyse lesen Sie in Kapitel 04.

Wie immer gibt es eine Reihe von wichtigen Updates in Kapitel 05 sowie eine tabellarische Übersicht über den aktuellen Stand unseres Portfolios in Kapitel 06.

Lassen Sie sich bitte weiterhin nicht anstecken, weder vom Virus, noch von der Panik :-). Passen Sie auf sich auf und waschen Sie Ihre Hände.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts200308.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Jay Powells zweiter Fehler

Ich wollte Ihnen eigentlich vorschlagen, Adidas für Ihren Sohn/ Enkel zu kaufen, oder Disney für Ihre Tochter/ Enkelin. Mein Sohn fragt mich alle Nase lang, wann wir mal wieder die BVB Aktie in sein Depot nehmen. Das alles sind Aktien, mit denen Ihre Kinder/ Enkel, wenn sie mal volljährig sind, viel Freude haben werden. Und später werden viele neidvoll auf die Scharte schauen, die wir derzeit an den Aktienmärkten verursachen, denn es ist eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit.

Doch wer kann schon sagen, ob die Aktien, die heute schon günstig sind, morgen nicht noch viel günstiger zu haben sein werden? Wir erleben einen ziemlich technisch getriebenen Ausverkauf, der von Panik verstärkt wird, die durch Jay Powell befeuert wurde.

Jay Powell, der US-Notenbankchef, hat den US-Leitzins um 0,5% auf 1,0 bis 1,25% gesenkt. Kurz zuvor sagte er noch, die US-Wirtschaft sei in robuster Verfassung und das Zinsniveau sei angemessen. Nun hat er gesagt, in den Zahlen, die der US-Notenbank vorliegen, lassen sich noch keine Auswirkungen des Coronavirus erkennen. Aber dennoch senkt er mal den Leitzins, und das nicht nur wie üblich um 0,25%, sondern gleich um 0,5%. Und auch nicht wie üblich auf der nächsten regulären Notenbanksitzung, sondern 14 Tage zuvor, um die Dringlichkeit der Maßnahme zu zeigen, die jedoch volkswirtschaftlich erst nach 6-9 Monaten erste Spuren hinterlässt.

So schürt man Panik.

Was wir nun sehen, ist ein technischer Ausverkauf. Vielen Anlegern ist nicht bewusst, dass der Anleihemarkt um ein Vielfaches größer ist als der Aktienmarkt. Versicherung, Investmentgesellschaften, große Unternehmen, jede Menge institutioneller Anleger stecken den Großteil ihrer Gelder in Anleihen, um mit verlässlichen zukünftige Renditen kalkulieren zu können - auch wenn sie negativ sind.

Jay Powell hat diesen Anlegern nun signalisiert, dass die Situation so kritisch ist, dass er nicht einmal mehr die 14 Tage bis zur nächsten Sitzung warten kann, um der Konjunktur unter die Arme zu greifen. Und Powell hat nicht gesagt, dass dies ein einmaliger Schritt ist und die Auswirkungen des Coronavirus damit abgefangen würden. Nein, er ließ die Tür für weitere Zinssenkungen weit offen. Es wird also schon darüber spekuliert, ob bei der turnusmäßigen Sitzung am 18.3. erneut mit einer Zinssenkung zu rechnen ist.

Entsprechend dieser neuen Zinslandschaft stürzen die Zinsen an allen Ecken und Enden ein: der Zins für kurzfristige Anleihen wurde von der Notenbank gesenkt. Aufgrund der damit signalisierten Konjunkturangst bricht nun auch der Zins für langfristige Anleihen ein. Kurz nach der Zinssenkung rutschte die Rendite der 10 Jahre laufenden US-Staatsanleihe erstmals in der Geschichte unter 1%.

Heute früh fand diese Rendite erst unter 0,7% ihren Boden. Ich wünschte, ich könnte Ihnen sagen, dass bei 0% Schluss ist, doch diesem Irrtum sind wir hier in Europa schon vor längerer Zeit erlegen - aktuell notiert unsere Umlaufrendite bei -0,71%.

Verkehrte Welt: Wenn Sie Ihren Spargroschen mit 5% verzinsen lassen können, dann werden Sie derzeit vermutlich sagen: ich möchte keine Aktien. Das lohnt sich nicht, denn bei Aktien kann man zwar auch mehr verdienen, aber eben auch verlieren. Je höher die Zinsen, desto weniger Aktien werden gekauft. So war das in den vergangenen Jahrzehnten.

In den vergangenen zwei Wochen jedoch war es genau andersrum: Wenn die Zinsen sanken, dann wurden Aktien NICHT im Umkehrschluss attraktiver, sondern sinkende Zinsen waren ein Signal für die Konjunkturangst der Anleiheanleger. Und wenn schon die Anleiheanleger, die wesentlich größere Summen jonglieren, Angst haben, dann bekommen Aktienanleger Panik.

Ein solcher Crash läuft nach bestimmten Mustern ab. Als erstes flüchten die Zocker. Sie haben den Zug ohnehin immer am Abzug und spekulieren gerne mit Aktienindizes. Der Vorteil vom Spekulieren mit Aktienindizes gegenüber Einzelaktien ist, dass der Zocker sich nicht mit Wissen über irgendwelche Unternehmen belasten muss. Ihm reichen bunte Bilder auf dem Bildschirm, um große Summen zu verschieben.

Wenn ganze Indizes so bewegt werden, sieht es für den Privatanleger, der sich nur am Wochenende mit der Börse beschäftigt, ziemlich übel aus: Alles muss raus, ist die Erkenntnis, die er sehr schnell bekommt. Und weil auch Privatanleger inzwischen einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, die ihnen weismachen möchte, dass die Auswahl von Einzelaktien "viel zu gefährlich" sei, verkaufen im zweiten Schritt also auch Privatanleger ihre in ETFs und Indexzertifikate gesteckten Spargroschen. Ich nehme an, dass wir diese zweite Welle gerade erleben.

Erst wenn alle verkauft haben, die von Dividenden und Geschäftsentwicklungen keine Ahnung haben, bildet sich ein Boden. Nicht weil andere Anleger die Aktien für günstig halten! Schnäppchenjäger haben in einem solchen Crash keine Chance. Nein, Sie müssen warten, bis alles, was nicht niet- und nagelfest ist, verkauft wurde. Und dann schaut man sich alle Aktien an, die ausverkauft wurden.

Schon nach der ersten Ausverkaufswelle konnten wir sehen, dass einige Aktien sich erholten, andere nicht. Dennoch ist auf Sicht von zwei Wochen aktuell so ziemlich alles unter Wasser - einmal abgesehen von Ausreißern wie Teamviewer oder auch Zooplus (+29%), die sich in unserem Portfolio befindet. Doch Sie werden mir nicht weismachen, dass die Münchener Rück mit zwischenzeitlich -19% genauso stark von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen sein wird wie Siemens mit -20%.

Jetzt ist also der Zeitpunkt, sich für einzelne Aktien zu entscheiden: Der Coronavirus wird bei einzelnen Unternehmen wie bspw. der Lufthansa oder der TUI, bei Ceconomy oder bei Continental deutliche Spuren hinterlassen. Wer jetzt Indexzertifikate kauft, der kauft sich auch die Aktien ins Depot, die absehbar Probleme bekommen werden.

CONTINENTAL: REALITÄTSVERWEIGERUNG

Apropos Continental: 45 Mrd. Euro Jahresumsatz werden mit gerade mal noch 15 Mrd. Euro Marktkapitalisierung bewertet. Ist das die überlegene deutsche Ingenieurskunst, die beurteilen kann, dass Elektromobilität keine Zukunft hat?

Ich habe nach den verheerenden Zahlen, die Conti diese Woche vermeldet hat, ein Interview mit einem Vorstand von Conti gesehen, ich glaube es war CEO Dr. Degenhardt, bin mir aber nicht sicher. Er sprach von den verheerenden Auswirkungen des Coronavirus und lobte sodann die Wiederauferstehung Chinas, wo man fest davon ausgehe, dass schon bald wieder 100% der Fließbänder laufen und sicherlich im zweiten Halbjahr ein Großteil dessen, was jetzt ausgefallen ist, kompensiert werden kann.

Ja, das glaube ich auch, dass im zweiten Halbjahr vieles kompensiert wird. Doch wenn das von einem Unternehmen kommt, das mit dem Rücken zur Wand steht, dann liegt das eher wie ein Hilferuf. Der Autoabsatz ist eingebrochen. In China, dem wichtigsten Absatzmarkt der deutschen Autobauer, sogar dramatisch.

China-Autoverkäufe
Abbildung 1: Entwicklung chinesischer Autoverkäufe


Das wird nicht in zwei, drei Quartalen wieder kompensiert, sondern wird der ums Überleben kämpfenden Autoindustrie inklusive Zulieferern weiteres, bitter benötigtes Investitionskapital aus der Bilanz schneiden. Solange Vorstände noch eine schnelle Erholung versprechen, bevor der Coronavirus überhaupt seinen Zenit überschritten hat, brauchen wir nicht auf einen Boden der Korrektur zu hoffen.

ZOCKEN ZU GEFÄHRLICH

Wenn wir uns dessen bewusst sind, dass der Crash durch Algorithmen erzeugt wurde, die aus den Zinsmärkten ihre nächsten Schritte ableiten, dann sollte uns auch bewusst sein, dass die Aktien, die derzeit vom Coronavirus profitieren, im Handumdrehen ausverkauft werden können. In den ersten Tagen habe ich entsprechend heftige Schwankungen schon bei einigen Aktien beobachtet.

Immer wieder wird Teamviewer genannt... ich glaube, ich war einer der Ersten, der Teamviewer hier im Heibel-Ticker als Anti-Coronavirus-Aktie vor zwei Wochen vorgestellt hat. Die Aktie war zwischenzeitlich schon über 37 Euro gesprungen, notiert aktuell jedoch 9% darunter. Zoom Video Communications (ZM), das US-Pendant zu Teamviewer, notiert inzwischen 25% unter dem Höchstkurse, der im Rahmen der Panik erreicht wurde.

Die deutsche Serviceware, das US-Pendant ServiceNow und Atlassian sind Unternehmen, die ihren Kunden ermöglichen, die gesamte IT-Infrastruktur per Remote zu verwalten. Twilio, ZenDesk und RingCentral organisieren die Hotline von Unternehmen und stellen sicher, dass alle Menschen, die nunmehr ihre Verträge per Telefon umstellen wollen, Ansprechpartner bekommen. Man sollt meinen, deren Leitungen laufen heiß ... doch die Aktien von diesen Unternehmen brauchen neue Kunden für diese Dienstleistungen, und neue Kunden gewinnt man in diesem Geschäft nicht per Telefon, sondern durch vielfache persönliche Treffen mit den potentiellen Kunden.

Häufig ist es also so, dass vermeintliche Profiteure vom Coronavirus in Wirklichkeit genauso negativ davon betroffen sind, dass Mitarbeiter von zu Hause arbeiten wie andere mit China vernetzte Unternehmen.

Netflix wäre ein Unternehmen, das davon profitieren sollte, wenn die Menschen zu Hause bleiben und die Glotze anschalten. Da kommen bestimmt weltweit eine Menge Neukunden auf Netflix zu.

Meine Liste ist noch viel länger, aber ich erspare es mir, alles aufzuzählen: Wenn die Algorithmen ganze Märkte ausverkaufen, dann lohnen sich im ersten Schritt langfristige Dividendenpositionen. Wir werden dann schauen, wie weit diese Korrektur noch reichen wird und ob auch ehemals teure Wachstumsaktien irgendwann als Schnäppchen zu haben sind. Nicht jedoch, um uns dem Markt entgegenzustellen, sondern einfach erst dann, wenn sie wirklich günstig sind.

Bis dahin halten wir uns an Dividendenaktien. Mehr dazu habe ich heute in Kapitel 04 geschrieben. Schauen wir nun einmal auf die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES5.3.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones25.493 0,6%-11,0%
DAX11.542 -2,9%-12,9%
Nikkei20.690 -2,1%-12,5%
Shanghai A 3.180 5,4%-0,2%
Euro/US-Dollar1,133,0%1,1%
Euro/Yen119,140,1%-2,5%
10-Jahres-US-Anleihe0,73%-0,45-1,21
Umlaufrendite Dt-0,71%-0,12-0,48
Feinunze Gold$1.666 4,6%10,1%
Fass Brent Öl$45,99 -8,9%-33,2%
Kupfer5.694 1,4%-8,3%
Baltic Dry Shipping599 13,2%-45,0%
Bitcoin9.092 2,8%24,7%



Der Dow Jones hat eine deutlich stärkere Gegenbewegung vollzogen, so dass er trotz des Ausverkaufs im weiteren Wochenverlauf noch im Plus notiert. Der DAX, der die Gegenbewegung jedoch ausgelassen hat, ist weiter ins Minus gerutscht. Auf Jahressicht sind es schon -13%.

In China wirken die Stützungen der dortigen Notenbank, der Aktienmarkt hat um 5% zugelegt.

Das Zinsniveau insbesondere in den USA, wo Jay Powell mit seiner panikartigen Zinssenkung die Märkte retten wollte, ist dort nun auch am langen Ende eingebrochen, was das Misstrauen gegenüber der Konjunkturentwicklung zeigt. Da hilft auch keine Rekordarbeitslosenquote von nur 3,5%, die heute vermeldet wurde, und die überraschend große Zahl an neu geschaffenen Stellen in den USA. Solche positiven Entwicklungen haben keine Chance, wenn zinsgetriebene Algorithmen das Ruder übernehmen.

Der Goldpreis ist diese Woche um 5% angesprungen. Kurz nach der Zinssenkung ging das Edelmetall durch die Decke.

Der Ölpreis ist heute eingebrochen. Die OPEC hatte sich in Wien getroffen, um durch weitere Förderkürzungen den Ölpreis zu stabilisieren. Die OPEC ist inzwischen auf das Nicht-Mitglied Russland angewiesen, um überhaupt noch nennenswerte Effekte bei der weltweiten Ölversorgung zu erzielen. Doch die Einigung schlug fehl, jeder fördert wie er will und der Ölpreis ist eingebrochen (-8,9%).

Der Baltic Dry Verschiffungskostenindex steigt kontinuierlich an. Ist das ein Zeichen dafür, dass China so langsam wieder ans Netz kommt? Wir erinnern uns: Der Baltic Dry gibt die Verschiffungskosten für Schüttgut an und wird hauptsächlich in China für kurzfristig zu disponierende Transporte gebildet. Eine Sprosse der Hoffnung?

Schauen wir uns nun einmal die Entwicklung der Anlegerstimmung an.




03. Sentiment: Anlegersentiment weiterhin von Panik dominiert

Nach Minus 12% in der Vorwoche fiel die von vielen Anlegern erhoffte Gegenbewegung mehr als mager aus: Am Dienstag konnte der DAX vorübergehend 3% gut machen, um jedoch gleich wieder abzutauchen. Mit dem heutigen Ausverkauf notiert der DAX nun 3% tiefer als vor einer Woche... und der Tag ist noch nicht zu Ende. Schauen wir mal, wie sich das Anlegersentiment vor dem Hintergrund des anhaltenden Ausverkaufs entwickelt hat.

Es sieht ein wenig wie ein Gewöhnungseffekt aus: Mit -7,2 können wir weiterhin von einer panikartigen Stimmung sprechen. Doch der Extremwert von -8,2 aus der Vorwoche wird nicht nochmals erreicht.

Die große Verunsicherung der Vorwoche hält mit einem Wert von -7,7 weiter an, doch der Extremwert der Vorwoche von -11,6 wurde diese Woche nicht mehr erreicht.

Vor einer Woche hielten Anleger den Ausverkauf für eine kurzfristige Kaufgelegenheit und waren voller Zukunftsoptimismus. Wir hatten den größten Zukunftsoptimismus seit über zwei Jahren gemessen. Dieser Zukunftsoptimismus hält noch an, doch nach +3,4 in der Vorwoche erreichen wir heute nur noch +2,4.

Und ganz ähnlich sieht es für die Investitionsbereitschaft aus: Mit einem Wert von +3,8 haben wir vor einer Woche die größte Kaufbereitschaft seit vielen Jahren gemessen, diese Woche sind wir knapp darunter bei +3,4.

Keine große Veränderung also, nur ein kleiner Gewöhnungseffekt.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist neutral, Anleger sind nach dem Ausverkauf der vergangenen zwei Wochen nun neutral positioniert. Auch Profis sind inzwischen neutral positioniert, das Put/Call-Verhältnis ist in den vergangenen Wochen von einer starken Absicherungsneigung vor dem Crash über eine starke Long-Positionierung vor einer Woche - also zu früh - nun wieder in den neutralen Bereich zurückgekehrt. Profis hatten sich zwar gegen den Crash abgesichert, sind aber dennoch überrascht worden von Intensität und Dauer.

In den USA regieren die Anleger etwas verspätet mit Absicherungspositionen, das Put/Call-Verhältnis der CBOE ist nach oben geschossen. Und so haben auch Fondsmanager in den Ausverkauf hinein ihre Investitionsquote drastisch reduziert: War vor einer Woche noch 65% des Anlagevermögens investiert, so sind es nun nur noch 29%. Das ist der niedrigste Stand seit dem Chaos-Dezember im Jahr 2018.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger ist mit einem Wert von -0,9% im neutralen Bereich. Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 9 extreme Angst an.

Interpretation



Es ist das eingetreten, was wir befürchtet haben: Trotz extremer Sentiment-Werte haben wir keinen Boden gefunden, sondern nur ein Zwischenstopp mit kleiner Gegenbewegung. Heute geht's nun eine weitere Etage tiefer.

Es gilt weiterhin zu unterscheiden: Wird sich die Wirtschaftswelt durch den Coronavirus nachhaltig, also für mehrere Jahre, ändern, oder nicht? Mag sein, dass der Coronavirus heftiger zuschlägt, als wir alle uns das bislang vorstellen können. Ich kann jeden verstehen, der sich um seine eigene Gesundheit, um die Gesundheit seiner Familie und seiner Lieben Sorgen macht. Aber wirtschaftlich wird der Coronavirus einen einmalig negativen Effekt haben, von dem sich die Wirtschaft erholen wird.

Einmal mehr gibt mir die Entwicklung des 5-Wochendurchschnitts eine gute Hilfestellung:

5-wochensntiment202003
Abbildung 2: Gleitender 5-Wochendurchschnit des Anlegersentiments


Die lange Phase der guten Laune mit mehrfacher Euphorie im Markt ist nun endlich abgebaut. Ein Stimmungstief haben wir auf diesem Indikator zwar noch nicht erreicht, doch reicht die Stimmungsabkühlung nun aus, um eine zumindest nennenswerte Gegenbewegung einzuleiten. Ob daraus dann eine Rückkehr zur Rallye wird, oder eine diesmal etwas nennenswertere Gegenbewegung, werden wir später beurteilen müssen.

Die Ausbreitung des Coronavirus setzt sich außerhalb Chinas ungebremst fort, örtlich sind besonders viele Todesfälle zu beklagen (Italien, Seattle). Diese Zahlen werden sich meiner Einschätzung nach in der nächsten Zeit relativieren: In den USA gab es bspw. nicht ausreichend Testkits, so dass weniger Infizierte nachgewiesen werden konnten, die Opferzahl ist dadurch prozentual gesehen sehr hoch. Für weitere Gebiete Italiens gibt es inzwischen Reisewarnungen, obwohl dort kaum Infizierte nachgewiesen wurden: Südtirol hat einer Meldung zufolge nur 2 Infizierte, aber in Deutschland sind bereits 34 Infizierte nachgewiesen, die "zufällig" gerade aus Südtirol kommen.

Keine Ahnung, wie sich die Situation über das Wochenende entwickelt. Ich kann es niemandem verübeln, wenn er erst einmal in Sachen Anlageentscheidung nichts tut. Panikverkäufe sind stets falsch, es wird bessere Kurse zum Verkauf geben. Ob Sie hier schon kaufen können, und was? Das untersuche ich im folgenden Kapitel










04. Ausblick: Dividendenaktien gegen Coronavirus geimpft

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Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

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05. Chapter4





06. Chapter5





07. Update beobachteter Werte

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08. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
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09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



10. An-/Ab-/Ummeldung

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