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21.08.2020:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

15. Jahrgang - Ausgabe 34 (21.08.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Blick in die Finanzbranche
02.So tickt die Börse: Drägerwerk, SFC Energy & Jost Werke
 - Jost Werke
 - Deutschlands Brennstoffzellenanbieter SFC Energy
 - Medizintechnik Drägerwerk
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Entspannte Erwartungshaltung
 -
04.Ausblick: Eindrücke aus der Finanzbranche sowie eine übersehene Corona-Perle
05.Leserfragen
 - : animusX Graphik aussagekräftiger machen
06.Update beobachteter Werte
 Missmanagement
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Blick in die Finanzbranche

Liebe Börsenfreunde,

Die heutige Ausgabe steht im Zeichen des Hamburger Investorentages, den ich gestern besuchte. Dabei habe ich eine ganze Reihe interessanter Unternehmen näher kennengelernt, die Möglichkeit zu 1-on-1s gehabt (Einzelgespräche mit dem Vorstand) und gute Hintergrundinfos aus der Branche eingesammelt. In Kapitel 02 stelle ich Ihnen die Jost Werke AG vor, ein Unternehmen, das mit Sattelkupplungen gemeinsam mit einem deutschen Wettbewerber Weltmarktführer ist.

Außerdem machte ich mir Gedanken zu SFC Energy, Deutschlands einzigem börsennotierten Brennstoffzellenunternehmen. Das Unternehmen hat gestern Q-Zahlen veröffentlicht.

Und auch noch in Kapitel 02 lesen Sie, was ich vom CFO von Drägerwerk gehört habe, der zur Bestellung der Bundesregierung von 10.000 Beatmungsgeräten Stellung genommen hat.

Die Stimmungslage unter den Anlegern ist den heißen Sommertemperaturen angemessen: Entspannt schaut man dem Treiben zu. Mehr dazu in Kapitel 03.

Im heutigen Ausblick gebe ich meine Eindrücke vom Hamburger Investorentag wieder und empfehle Ihnen eine in meinen Augen übersehene Corona-Perle: das Unternehmen litt zwar stark unter dem Lockdown, heute sieht die Welt für dieses Unternehmen jedoch besser aus als vor Corona. Welche Aktie das ist, lesen Sie in Kapitel 04.

Heute gibt's nur eine Leserfrage (Kapitel 05) und auch nur ein Update (Kapitel 06), da ich den gestrigen Tag vorbereiten musste und somit weniger Zeit hatte.

Die tabellarische Übersicht über unser Portfolio gibt's in Kapitel 07. Unser Vorsprung vor dem DAX wird größer: +12% ggü. -4% seit Jahresbeginn :-).

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts200823.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Drägerwerk, SFC Energy & Jost Werke

Gestern konnte ich wieder am Hamburger Investoren Tag teilnehmen und eine ganze Reihe interessanter Gespräche führen. Ich bin auf der Suche nach Unternehmen, deren Geschäfte solide aus der Coronakrise herauskommen, deren Aktien dies jedoch noch nicht ganz widerspiegeln.

JOST WERKE

Das Frankfurter SDAX-Unternehmen liefert alles rund um fahrzeugverbindende Teile wie Sattel- oder Anhängerkupplungen. Im Lockdown fiel die Aktie von 37 auf 19 Euro, inzwischen notiert sie wieder bei 33 Euro. Das KGV 2021 von 11 sieht vernünftig aus, die Dividendenrendite von rund 1,8% macht ebenfalls einen soliden Eindruck.

Ich wollte in Erfahrung bringen, ob Jost in irgendeiner Weise von dem Boom der Paketzustellungen nach Hause profitierte, während gleichzeitig die Langstreckenfahrten ein gleichbleibendes Niveau haben sollten, denn die Waren wurden ja geliefert, wenngleich nicht an die Umschlagszentren der Einzelhändler, sondern an die Umschlagszentren der Online-Versender.

Falsch! Meine Idee wurde durch CFO Dr. Christian Terlinde ziemlich schnell als falsch entlarvt :-(, denn ein Großteil der Transporte betrifft in Deutschland beispielsweise Autoteile, die für spezielle Bearbeitungsschritte von A nach B gefahren werden. Wenn die Autoindustrie nicht produziert, dann rollen auch die LKWs nicht mehr. Die in Deutschland gefahrenen Straßenkilometer im April lagen um 9% unter denen des Vorjahres, in Europa -20%. Das konnte durch den Online-Handel nicht kompensiert werden.

Jost-Kupplungen
Abbildung 1: Jost Werke Sattelkupplungen


Und wenn die LKWs weniger über die Straßen rollen, dann nutzen sich die Sattelkupplungen weniger ab. Durchschnittlich alle ein bis zwei Jahre ist die Sattelkupplung ausgeleiert und Teile davon müssen ausgetauscht werden. Wir alle haben gesehen, wie wenige Fahrzeuge während des Lockdowns auf den Straßen unterwegs waren, entsprechend negativ war die Auswirkung auf Jost Werke.

Kommt es nun zu einem Nachholeffekt? Nun, die Frage kann ich selber beantworten: Für VW war die Drosselung der Produktion ein Segen, denn schon 2019 war ein sehr schwaches Jahr für den Autohersteller und Neuwagen wurden mehr und mehr auf Halde produziert. Das ist eine Katastrophe, denn damit macht sich ein Unternehmen seine eigenen Preise kaputt. Als dann unter dem Deckmantel des Corona-Lockdown große Teile der Produktion stillgelegt wurden, war das ein Segen für VW, jedoch ein Fluch für Jost. Einen besonderen Nachholeffekt erwarte ich aus diesem Grund hier nicht.

Auch an der letzten Meile partizipiert Jost leider nicht, da die Lieferfahrzeuge nur sehr selten mit Anhängern unterwegs sind. Meine Hoffnung, hier ein Unternehmen gefunden zu haben, das besser aus der Coronakrise hervorgeht als hinein, hat sich somit in Luft aufgelöst. Schade.

Jost ist dennoch ein gutes Unternehmen und die Aktie gefällt mir. Wenngleich die Aktie meiner Ansicht nach nicht gerade jetzt unbedingt gekauft werden muss, so könnte sich später jedoch vielleicht mal eine gute Gelegenheit bieten. Ich habe mir das Unternehmen daher weiter angeschaut.

Der globale Markt für Anhängerkupplungen wird im Wesentlichen von Jost Werke und SAF Holland dominiert. Wie wir oben gelernt haben, ist nicht nur der Verkauf recht lukrativ, sondern auch die Ersatzkäufe wegen Abnutzung. Dabei sind die Anforderungen regional unterschiedlich: In Australien fahren "Road-Trains" durch die Wüste: LKW-Zugmaschinen mit drei, vier oder noch mehr Anhängern. Die dortigen Sattelkupplungen sind ganz anderen Anforderungen ausgesetzt als bei uns, wo nur ein Anhänger über eine sauber asphaltierte Straße gezogen werden muss.

Über die Zeit hat sich in der Branche der Sattelschlepper immer mehr durchgesetzt. Für ein Logistik-Unternehmen gibt es drei wesentliche Kostenblöcke: Die Zugmaschine für 100-120 T€, den Anhänger für 15-25 T€, sowie den Fahrer. Der Anhänger ist das billigste. Wenn Zugmaschine und Laderaum fest verbunden sind, so wie bei den herkömmlichen LKWs, dann müssen Fahrer und Zugmaschine warten, bis der Laderaum be- und entladen ist. Das sind Kosten, die Logistiker sich nicht leisten können.

Beim Sattelschlepper wird der Auflieger einfach abgekoppelt und abgestellt. Fahrer und Zugmaschine können einen anderen Anhänger ankuppeln und sofort weiterfahren. So kommt es, dass auf eine Zugmaschine heute ca. 2-3 Auflieger kommen.

Im nächsten Schritt werden die Zeiten für das Ab- und Ankoppeln optimiert. Terlinde weist zudem stolz darauf hin, dass der Austausch der ausgeleierten Kupplungsteile bei Jost in verschiedenen Regionen wesentlich einfacher geht als bei dem System des Wettbewerbers SAF Holland. Ein Zeitgewinn, der sich für den Logistiker direkt in bare Münze wandelt.

Natürlich basteln die Frankfurter auch an einem automatischen Kupplungssystem. Volvo stellt ein vollautomatisches System vor, bei dem sich die Zugmaschine den Auflieger sucht und automatisch ankoppelt: https://www.youtube.com/watch?v=2Gc1zz5bl8I. Schauen Sie sich den LKW mal näher an: Die Hinterräder haben alle eine Einzelradaufhängung. Es entfällt die Querachse, dadurch kann der Laderaum deutlich tiefer beginnen und zweistöckig gestaltet werden. Da wird der Auflieger schon zu einem kleinen Logistikzentrum :-). Nicht nur das automatische Kupplungssystem, sondern auch die Einzelradaufhängung kommt von Jost.

Für mich ergibt sich bei Jost ein solides Unternehmen mit guter Marktposition in einem - einmal von Corona abgesehen - stabilen Markt, in dem weitere Optimierungen im Detail für immer neue Effizienzsteigerungen sorgen. Die Aktie wird nicht gen Himmel stürmen, aber über einen längeren Zeithorizont sicherlich Freude bereiten.

DEUTSCHLANDS BRENNSTOFFZELLENANBIETER SFC ENERGY

Früh am Morgen hat SFC Energy seine Q-Zahlen präsentiert. Umsatz und Gewinn des Brennstoffzellenanbieters waren aufgrund des Lockdowns rückläufig. Das Unternehmen macht die Verschiebung von Neuaufträgen durch Kunden verantwortlich für die schwache Geschäftsentwicklung und stellt gleichzeitig die starke Nachfrage seitens der Branche "Clean Energy" heraus: dort sprang der Umsatz um 70% an.

SFC bietet dezentrale Brennstoffzellen für die Stromerzeugung an. Die Geräte werden mit Wasserstoff betankt und liefern Strom, Wärme und Wasserdampf. Die Brennstoffzelle erfuhr im Konjunkturprogramm der Bundesregierung besondere Aufmerksamkeit und soll künftig viel stärker gefördert werden. Allein die Förderankündigung sorgte bei SFC im Juni für einen Kurssprung von 60%.

Doch gleichzeitig haben sich im abgelaufenen Quartal viele Kunden zurückgehalten: Im Verteidigungssektor lief viele Wochen gar nichts, die Ölindustrie hatte bei der Ölförderung vor dem Hintergrund weltweit wegbrechender Industrieaktivitäten ihre eigenen Probleme und so ist es nicht überraschend, dass auch der Industriebereich erst einmal zurückhaltend war.

Der Konzernumsatz ging im ersten Halbjahr um 11% zurück, statt 0,6 Mio. Euro Gewinn vor einem Jahr wurden nun 0,6 Mio. Euro Verlust erwirtschaftet.

Ich werde mich, wie versprochen, so langsam in die Brennstoffzellenthematik einarbeiten. SFC sieht für mich derzeit recht solide aus, immerhin kann der Verlust locker durch die Nettoliquidität abgedeckt werden. Der Ausblick des Unternehmens ist positiv, man erwarte eine anziehende Nachfrage. Bei einem Kurs/Umsatz-Verhältnis von 3,x ist mir die Aktie derzeit noch zu teuer, als dass ich sie empfehlen könnte. Aber ich werde die Aktie im Auge behalten.

MEDIZINTECHNIK DRÄGERWERK

10.000 Beatmungsgeräte hat die Bundesregierung mitten im Lockdown von Drägerwerk bestellt. Der Auftrag hat für Furore gesorgt, die Aktie von Drägerwerk schoss im März von 50 auf 100 Euro. Auf die Frage, wie viele Beatmungsgeräte denn von Dräger in die Not-Hospitale geliefert wurden, antwortete CFO Rainer Klug "2". Ich habe mir gestern seinen Vortrag angehört um herauszufinden, ob Dräger für die Zukunft mit einem besseren Geschäft rechnen kann, oder ob sich Corona als Einmaleffekt herausstellt.

Alles bei Dräger ist auf Kontinuität und gute Planbarkeit ausgelegt. Zwar habe man durch die erhöhte Nachfrage nach Gesichtsmasken einen Sondereffekt gehabt, die Fertigungsstandorte in Schweden und Südafrika liefen rund um die Uhr, sagte Klug. Doch ich habe nicht den Eindruck, dass das derzeitige Niveau langfristig gehalten werden kann.

Hinsichtlich der 10.000 Beatmungsgeräte sagte Klug, dass man sich in der Produktion befinde und bereits viele ausgeliefert habe. Doch vielleicht würden nicht alle bestellten Geräte an die Bundesregierung geliefert, da sich zwischenzeitlich herausgestellt hat, dass Deutschland im internationalen Vergleich recht gut durch die Krise gesegelt ist. Es sei nicht im Interesse von Drägerwerk, Beatmungsgeräte an die Bundesregierung zu liefern, damit diese dann im Keller bevorratet würden.

Vielmehr befinde man sich in Gesprächen, einen Teil der Bestellung dorthin zu liefern, wo sie dringender benötigt werden. Das hat dann auch zur Folge, das entsprechende Verbrauchsmaterialien von dort intensiver nachgefragt werden, als dies der Fall wäre, wenn die Geräte in Deutschland einstauben.

Das ist sinnvoll, sowohl aus medizinischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Aber es zeigt, dass die Erwartungen, die zu einer Kursverdopplung geführt haben, vielleicht ein wenig überzogen waren. Die Bestellung durch die Bundesregierung hat eine Erwartungshaltung der Aktionäre erzeugt, die sich nun als überzogen herausstellt. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Aktie inzwischen auf 78 Euro zurückgekommen ist.

Drägerwerk habe ich mir in den vergangenen Jahren immer wieder mal angeschaut, ein Investment drängte sich mir jedoch nie auf. Zu recht, wie Sie an der Kursentwicklung ablesen können. Die Aktie läuft seit 10 Jahren unter starken Schwankungen seitwärts. Entsprechend würde ich meine Zukunftserwartung dämpfen, wenn es darum geht, die nachhaltigen Folgen von Corona für Drägerwerk einzurechnen. Sprich: Herzlichen Glückwunsch an alle, die den Kurssprung mitgenommen haben.

So, nun schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES20.8.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones27.792 -0,4%-3,0%
DAX12.765 -0,7%-3,7%
Nikkei22.920 -1,6%-3,1%
Shanghai A 3.543 0,6%11,2%
Euro/US-Dollar1,18-0,3%5,2%
Euro/Yen124,68-1,1%2,0%
10-Jahres-US-Anleihe0,63%-0,08-1,30
Umlaufrendite Dt-0,49%-0,02-0,26
Feinunze Gold$1.938 -0,5%28,2%
Fass Brent Öl$43,66 -2,7%-36,5%
Kupfer6.667 4,5%7,4%
Baltic Dry Shipping1.518 -3,7%39,3%
Bitcoin11.857 1,4%62,6%








03. Sentiment: Entspannte Erwartungshaltung

Am Dienstag konnte der DAX ein weiteres Mal über die 13.000 Punkte schauen, doch nur für kurze Zeit. Im Wochenvergleich ist der DAX nun um 1% abgerutscht. Die Richtungsentscheidung, von der ich vor einer Woche an dieser Stelle schrieb, steht noch aus. Wir befinden uns mitten im August, dem Urlaubsmonat. Schauen wir mal, ob sich die Urlaubsstimmung auch im Anlegersentiment wiederfindet.

Mit einem Wert von -0,2 ist das Anlegersentiment leicht ins Minus gerutscht. Schon seit zwei Monaten pendelt das Sentiment um die Nulllinie, unterbrochen von kurzen Ausreißern nach oben (Mitte Juli) und nach unten (Anfang August). Wenn wir uns vor Augen halten, dass der DAX in dieser Zeit unter Schwankungen mehr oder weniger seitwärts lief, kommt dieses Pendeln um die Nulllinie nicht überraschend.

Aber es zermürbt. Zumindest sind unsere Umfrageteilnehmer mit einem Wert von -0,6 nun schon wieder ein wenig verunsichert. Weder werden diejenigen, die während der Konsolidierung frühzeitig eingestiegen sind, durch steigende Kurse für ihren Mut belohnt, noch werden diejenigen, die noch auf einen deutlicheren Rücksetzer zum Kaufen warten, für ihre Geduld belohnt.

Immerhin ist die Erwartung inzwischen leicht positiv (0,5). Bullen haben ein leichtes Übergewicht gegenüber den Bären. Zaghafter Optimismus für steigende Kurse in drei Monaten ist festzustellen. Und entsprechend zaghaft ist die Investitionsbereitschaft der Anleger (0,3).

Privatanleger an der Euwax haben ihre Absicherungen der Vormonate April bis Juli nun vollständig aufgelöst. Und sind neutral positioniert. Diese Käufer fehlen also für weiter steigende Kurse und fehlen auch, um im Falle einer Korrektur durch ihre Deckungskäufe frühzeitig für einen Boden zu sorgen.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ein Put/Call-Verhältnis von 2,2. Durchschnittlich beträgt der Call-Überhang 1,4, doch derzeit sind Profis extrem bärisch positioniert: Wenn Profis vermehrt Puts kaufen, sichern sie sich vermehrt gegen (erwartet?) fallende Kurse ab und das Put/Call-Verhältnis steigt.

Ganz anders sieht es in den USA aus. Dort zeigt das Put/Call-Verhältnis der CBOE eine extrem bullische Positionierung der Anleger. So auch die US-Fondsmanager mit einer Investitionsquote von 100%. Lediglich Privatanleger sind vorsichtiger, dort dominieren die Bären mit einem Bulle/Bär-Verhältnis von -12%.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 steht mit 71% knapp vor extremer Gier, wie schon seit zwei Wochen.

Interpretation



Also, wenn ich mir die Ergebnisse unserer eigenen Umfrage ein wenig weiter in den hinteren Bereich des Schreibtischs schiebe, dann sind die Ausschläge doch sehr gering. Neutrale Stimmung und Erwartungshaltung, moderates Kaufinteresse und leichte Unzufriedenheit sind jetzt keine Sentimentwerte, die eine kräftige Bewegung des DAX in die eine oder andere Richtung auslösen könnten. Somit können wir schon feststellen, dass wir eine ziemlich entspannte Sommerstimmung zu verzeichnen haben. Ich würde dort hinein interpretieren, dass wir zumindest hier in Deutschland in Sachen Corona der zweiten Welle aus wirtschaftlicher Perspektive entspannt entgegen sehen.

Bitte beachten: Medizinisch betrachtet kann das ganz anders aussehen. Wir alle haben erlebt, wie schnell regionale Gesundheitssysteme überfordert sein können und dramatische Folgen für die Infizierten nach sich ziehen. Aber durch die Wirtschaftsbrille betrachtet sind wir im Gegensatz zum Frühjahr nun besser vorbereitet und es gibt klare, lokale Reaktionsmechanismen. Mit einem bundesweiten Lockdown rechnet kaum jemand.

Über den Grund der Profis hierzulande, sich in dieser Woche stark abzusichern, kann ich nur spekulieren: vielleicht sind sie in den Urlaub gefahren und haben ihre Positionen einfach absichern wollen. Vielleicht sind die Absicherungen aber auch nur punktuell, denn Aktien, die von Corona profitiert haben, sind inzwischen sehr hoch bewertet. Die Gewinne möchten Profis nicht riskieren und daher sind an dieser Stelle Absicherungen sinnvoll.

In den USA habe ich den Eindruck, dass institutionelle Anleger ihrem Präsidenten Donald Trump zutrauen, in der Zeit bis zu den Präsidentschaftswahlen im November ein Feuerwerk anzuzünden, dass einmal mehr für steigende Kurse sorgt. Immerhin notieren die US-Indizes auf Allzeithochs, allerdings gezogen von nur einigen wenigen Unternehmen: Amazon, Alphabet, Apple, Facebook und Microsoft, die allesamt exorbitant durch Corona profitieren konnten.

Stärker als für Deutschland gilt im Land des Wilden Westens das Recht des Stärkeren: Große Unternehmen profitieren von der Pleitewelle, die unter den Kleinbetrieben grassiert. Kleinbetriebe sind selten börsennotiert, daher steigen die Aktienkurse der großen Unternehmen an, Börsenindizes erreichen neue Allzeithochs, ohne das Dilemma der Kleinbetriebe widerzuspiegeln.

Somit ist aus Sicht unserer Sentimentanalyse die Rückschlagsgefahr in den USA derzeit größer als in Deutschland.










04. Ausblick: Eindrücke aus der Finanzbranche sowie eine übersehene Corona-Perle

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

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05. Leserfragen



animusX Graphik aussagekräftiger machen

Di, 18. August um 16:42 Uhr
Sehr geehrter Herr Heibel,
ich verfolgen Ihre Berichte und Stellungnahmen intensiv über die mir geboten Möglichkeiten.
Hierzu zählt auch AnimusX. Eine Überschneidung ist nachvollziehbar. Daher wende ich mich nun über den Heibel Ticker an Sie.
Frage: Stimmungsindizes - Dax Sentiment- Betrachtungszeitraum 2005 - 2020.
Bis ça 2014 ist der Sentiment 5 Wochen Durchschnitt sehr oft über der Dax Linie bei ca. 9.000 Punkten. Danach kommt das Sentiment 5 Wochen Durchschnitt nicht mehr über die Dax Linie.
Das ist natürlich den Stimmungswerten 75 bis minus 75 geschuldet. Ich finde die Aussagekraft der Grafik nach nunmehr 15 Jahren ( 2005 - 2020 ) nicht mehr ganz " sinnvoll ".
Grafiken sollten einen schnellen Überblick vermitteln. Aus meiner Sicht, ist dies nicht mehr gegeben ohne ggf. falsche Rückschlüsse daraus zu entnehmen.
Übersehe ich hierbei etwas oder interpretiere ich die Grafik falsch ? Dann bitte ich mein " Klugscheißen " zu entschuldigen. Ansonsten bitte ich dies als aufmerksamen Hinweiß zu verstehen.

Vg, Frank aus Ratzbek

ANTWORT
Ja, die Graphik sollte intuitiv verständlich sein. Ich habe die Graphik erst vor wenigen Jahren konzipiert und für mich ist die Aussagekraft super … mag aber sein, dass ich schon zu tief drin bin. Das Sentiment kann über die Jahre nicht steigen, sondern schwankt immer zwischen +-75. Der DAX kann ins Unendliche steigen und die Graphik wird immer so skaliert, dass der DAX von links unten nach rechts oben läuft, selbst wenn er irgendwann mal bei 140.000 steht. Somit ist es nicht wichtig, ob das Sentiment „über” oder „unter” dem aktuellen DAX-Stand notiert.

Sie haben mich zum Nachdenken gebracht: Vielleicht ist eine Graphik, die die Veränderung des DAX in der Zukunft dem Sentiment gegenüber stellt, aussagekräftiger. Die große Frage bei einer solchen Darstellung wäre dann, welche Zeitspanne nimmt man: 1 Woche? 5 Wochen? 12 Wochen…? Hmm, ich werde das mal mit meinem Entwickler durchspielen, wenn wir etwas Luft haben :-). Vielen Dank für den Hinweis.



06. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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07. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

***************** WERBUNG ***************

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
www.heibel-ticker.de


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08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

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