Heibel-Ticker PLUS Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
19. Jahrgang - Ausgabe 45 (08.11.2024)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
1. | Info-Kicker: USA +4%, Deutschland -0,2% |
2. | So tickt die Börse: Trump 2.0, Ampelausfall und Zinsangst |
- Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
3. | Sentiment: Deutsche Anleger richten sich nach US-Entwicklungen |
- Interpretation | |
4. | Ausblick: Auswirkung des Wahlsiegs Trumps auf das Heibel-Ticker Portfolio |
5. | Update beobachteter Werte: Holcim, Novo Nordisk, PVA Tepla, Coterra Energy, Apple, Novo Nordisk, Puma, Wheaton Precious Metals |
- Holcim: Nachfrage zieht an, gute Margenentwicklung | |
- Novo Nordisk: Die Konkurrenz schläft nicht, doch sie hinkt hinterher | |
- PVA Tepla: Marktschwäche | |
- Coterra Energy: Trump 2.0 | |
- Apple: Fehde von Elon Musk mit Apple, Zuckerberg arbeitet an iPhone-Nachfolger | |
- Novo Nordisk: Wegovy-Absatz springt an | |
- Puma: Zahlen buh, Analystencall juhu! | |
- Wheaton Precious Metals: Solide Zahlen, Aktie im Minus, Teilverkauf | |
6. | Leserfragen |
7. | Übersicht HT-Portfolio |
8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: USA +4%, Deutschland -0,2%
Liebe Börsenfreunde,

Im heutigen Kapitel 2 gehe ich der Frage nach, warum viele Machthaber ihre Niederlage nur sehr schwer erkennen. Im Regierungsbezirk sieht das Wahlergebnis mitunter völlig anders als im Rest des Landes aus.
Die Aktienmärkte dieser Woche haben eine erste Reaktion auf den Wahlsieg gezeigt: USA +4%, Deutschland -0,3%. Ich erläutere, woran diese unterschiedliche Entwicklung im Detail liegt.
Das Thema vertiefen wir im Rahmen der Sentimentauswertung, denn die deutschen Anleger tun so, als wohnten sie in den USA. Doch die erhobenen Stimmungswerte sind dennoch rational erklärbar, wie Sie in Kapitel 3 lesen werden.
Im heutigen Ausblick gehe ich alle unsere 21 Heibel-Ticker Portfolio-Positionen einzeln durch und untersuche sie hinsichtlich ihrer Abhängigkeit von Donald Trump. Daraus lässt sich bereits eine Menge über die Dinge ablesen, die wir unter einem US-Präsidenten Donald Trump zu erwarten haben.
Acht Updates verfasste ich diese Woche. Darin gehe ich bereits auf den Wahlsieg Trumps, das Ampel-Aus und weitere Ereignisse ein. Meine Updates in Kapitel 5 zu Unternehmen wie Novo Nordisk, Coterra Energy, Apple, Puma und anderen sind heute wesentlicher Bestandteil der aktuellen Markteinschätzung.
Auch die heutigen Leserfragen, fünf an der Zahl, drehen sich bereits um den Wahlsieg Trumps. Aber es geht auch um den Maschinenbauer ASML, um eine moralische Einschätzung zu FlatexDeGiro, um die eigene Vermögenssicherung mit Hilfe von Schweizer Franken und um die Zementindustrie, die sich über rekordniedrige Energiepreise freut. Mehr dazu lesen Sie in Kapitel 6.
Wie immer gibt es eine Tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Trump 2.0, Ampelausfall und Zinsangst
Unser Bundesscholz unterliegt wohl dem gleichen Phänomen wie einst Helmut Kohl und auch Gerhard Schröder: In der Elefantenrunde nach Verkündung des Wahlergebnisses - und somit ihrer Niederlage - redeten sie weiter, als hätten sie die Wahl gewonnen. In den USA macht man sich über dieses Phänomen etwas plumper lustig:

Abbildung 1: US-Präsidentschaftswahl 2024: Biden erschien wiederholt geistig nicht auf der Höhe
Bundeskanzler Scholz möchte Dinge, die er mit der FDP nicht bewerkstelligt hat, nun mit der CDU bewerkstelligen. Dabei fühlt er sich noch immer in seinem Mandat verpflichtet, seine Überzeugung, wenn auch mit Kompromissen, umzusetzen.
Es wird immer wieder beklagt, die Politiker, oder auch gerne "die da oben", hätten den Bezug zur Realität verloren. Passend dazu habe ich mir das Wahlergebnis in Berlin Mitte nochmals angeschaut: 30,6% Grüne, 22,1% SPD. In ihrem heimischen Umfeld haben Habeck und Scholz tatsächlich gemeinsam die absolute Mehrheit. Das beflügelt sie vermutlich, ihre Überzeugung in einigen wesentlichen Entscheidungen noch durchzusetzen.
Eine Graphik, die dieses Phänomen sehr gut veranschaulicht, habe ich aktuell in den USA gefunden. Wissen Sie, wie die US-Präsidentschaftswahl in Washington DC, dem Standort des Weißen Hauses, ausgefallen ist? Schauen Sie mal:

Abbildung 2: US-Präsidentschaftswahl: Ergebnis im Regierungsviertel Washington DC
90% Harris und nur 7% Trump. Wahnsinn, oder? Für mich zeigen diese Zahlen, dass wir Wähler damit rechnen müssen, dass die gewählten Vertreter zeitweilig die wirklichen Interessen des Volkes nicht kennen. Hoffen wir in diesem Sinne auf schnelle Neuwahlen.
Die Entwicklung an den Aktienmärkten würde ich diese Woche als Wechselbad der Gefühle beschreiben. Unterm Strich bleibt ein kleines Minus im DAX, während der S&P 500 um über 4% zulegen konnte. Die Amis sehen also den Wahlsieg Donald Trumps durch die Finanzbrille betrachtet positiv. Vergleiche zu 2016 werden angeführt, denn man rechnet mit einem Trump 2.0. Doch die beste Meldung aus Sicht der US-Finanzbranche ist die, dass es keine Hängepartie nach der Wahl gibt: Trump stand sehr schnell als Sieger fest und Harris hat die Wahlniederlage eingestanden.
Es gibt keine Zweit-Zählungen, rechtliche Auseinandersetzungen und fortlaufende Beschimpfungen, mit denen die USA bis zur Amtseinführung des neuen Präsidenten am 20. Januar beschäftigt wäre.
Vielleicht ist das der beste Vergleich mit Deutschland: Wir sind nun in eine Hängepartie eingebogen. Eine Minderheitsregierung, die nicht die Vertrauensfrage stellen möchte, bis man noch schön Weihnachten gefeiert hat. In der Finanzbranche hasst man eine solch andauernde Ungewissheit.
Zusätzlich belastend wirkte die Meldung aus China, dass man zunächst keine weitere Konjunkturförderung verabschiede, sondern vielmehr den Gemeinden eine lockere Insolvenzbehandlung ermöglicht. Insbesondere das Exportland Deutschland, das auf eine gesunde Wirtschaft in China hofft, wird durch die derzeit dortige schwache Konjunktur belastet.
Insgesamt zeigten die Aktienmärkte eine starke Reaktion auf den Wahlsieg Trumps: Aktien von Ölkonzernen und der gesamten Branche der fossilen Energien stiegen kräftig an, während Wind- und Solarunternehmen vorübergehend regelrecht einbrachen. Aktien von Pharmakonzernen ließen kräftig Federn, da Donald Trump das US-Gesundheitssystem dahingehend umstrukturieren möchte, dass nicht mehr die gesamte Breite der Bevölkerung Zugang zu den erforderlichen Medikamenten haben könnte.
Immobilienaktien wurden verkauft, weil man von Trump befürchtet, dass er die Staatsverschuldung weiter nach oben schreiben wird, dadurch das Zinsniveau nach oben drückt, was wiederum zu weniger Immobilienkäufen führen würde.
Von einem solchen Szenario würden Finanztitel profitieren, deren Aktien sprangen am Mittwoch am stärksten an. Zusätzlich zum gestiegenen Zinsniveau erhofft man sich von Donald Trump eine Rücknahme einiger Regulierungen, die noch von der großen Finanzkrise 2007-2009 in Kraft sind.

Notenbankchef Jay Powell wurde in der anschließenden Fragerunde auf Donald Trump angesprochen. Obwohl Trump ihn während seiner Amtszeit berufen hatte, war das Verhältnis zwischen den beiden zum Ende der Präsidentschaft Donald Trumps denkbar zerrüttet. Trump warf Powell vor, die Zinsen zu hoch zu halten, was ihn (Trump) an der Umsetzung seiner politischen Ziele behindere.
Powell wurde gestern gefragt, ob er, sollte Donald Trump ihn bitten, sein Amt zur Verfügung stellen würde. "No", lautete die kurze, aber präzise Antwort. Ob Donald Trump ihn denn gegen seinen Willen aus dem Amt entfernen könne, wollte der Journalist noch wissen. "No", antwortete Powell.
Das ist rechtlich betrachtet korrekt. Dennoch könnte Trump ihn einfach entlassen und einen neuen Fed-Chef berufen. Powell müsste dann vor Gericht klären, dass das nicht rechtens war. Das kann zum einen dauern, zum anderen hat Trump ohnehin im obersten Gericht bereits Richter eingesetzt, die im Zweifel zu seinen Gunsten entscheiden werden. Man traut Donald Trump also durchaus zu, das Gesetz zu brechen, um seine Interessen durchzusetzen.
Aber soweit ist es noch lange nicht. Wollen wir einfach mal auf einen Präsidenten Trump hoffen, der sachlich korrekte Entscheidungen trifft. Das wäre eine positive Überraschung zu den derzeitigen Erwartungen: Wenn Analysten versuchen, Trumps Vorlieben und Abneigungen auf Branchen, Märkte oder Produkte zu beziehen, kommt ein wildes Durcheinander heraus, das sich zudem auch noch immer wieder ändert. Aus seiner ersten Präsidentschaft hat man gelernt, dass man ihn nur berechnen kann, wenn man sich seine Freunde und Feinde anschaut. Trump-Politik sei immer "persönlich", so die Schlussfolgerung der Analysten.
Daraus dürfen wir ableiten, dass ein Trump 2.0, der sich von Trump 1.0 nicht unterscheidet, erneut viele Kauf-Gelegenheiten erzeugen wird. Immerhin erlässt er im ersten Schritt Gesetze und beginnt erst im zweiten Schritt mit Verhandlungen mit den betroffenen Interessengruppen. Daraus können wir also auch ableiten, dass eine Kursreaktion auf eine überraschend negative Trump-Entscheidung anschließend wieder relativiert wird.
In Kapitel 4 schaue ich noch ein wenig detaillierter auf das, was uns unter Trump erwarten könnte. Schauen wir nun zunächst auf die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
INDIZES | 8.11., 19:25 Uhr | Woche Δ | Σ '24 Δ |
DAX | 19.215 | -0,2% | 14,7% |
S&P 500 | 5.998 | 4,5% | 26,1% |
Nikkei | 39.500 | 3,8% | 18,0% |
Shanghai A | 4.104 | 5,5% | 31,6% |
Euro/US-Dollar | 1,07 | -1,1% | -3,0% |
Euro/Yen | 163,58 | -1,4% | 5,0% |
10-Jahres-US-Anleihe | 4,30% | -0,07 | 0,43 |
Umlaufrendite Dt | 2,33% | -0,04 | 0,30 |
Feinunze Gold | $2.688 | -1,8% | 30,3% |
Fass Brent Öl | $73,94 | 1,2% | -4,2% |
Kupfer | $9.664 | 1,7% | 12,5% |
Baltic Dry Shipping | $1.451 | 4,5% | -34,6% |
Bitcoin | $76.452 | 11,1% | 81,5% |
3. Sentiment: Deutsche Anleger richten sich nach US-Entwicklungen

Unser Sentiment war in den zwei vorangegangenen Wochen, in denen sämtliche Aktienmärkte langsam gen Süden taumelten, deutlich auf bis -1,8% eingebrochen. Diese Woche springt das Sentiment wieder auf +1,9% an. Es hat den Anschein, dass die gute Performance der US-Börse mehr Einfluss auf die Stimmung unserer Umfrageteilnehmer hat als die schwache Leistung des DAX.
Auch die Selbstzufriedenheit ist deutlich angestiegen von -3,8% in der Vorwoche auf +1,8%. Ich würde daraus ableiten, dass viele deutsche Anleger in US-Aktien investiert sind.
Die Zukunftserwartung ging auf 0,9% zurück. Der hohe Zukunftsoptimismus der Vorwoche bewahrheitete sich lediglich in den USA und ging nun daher auch folgerichtig zurück. Es hat den Anschein, der deutsche Aktienmarkt interessiert nur sekundär.
Die Investitionsbereitschaft ging auf 1,3% zurück, ist jedoch nach wie vor auf einem ordentlichen Niveau.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger springt aktuell auf +7% an und signalisiert, dass die Absicherungspositionen der Vorwochen aufgelöst wurden. Konkrete Long-Spekulationen sind jedoch noch selten.
Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, fuhren ihre Absicherungspositionen deutlich nach oben. Das Put/Call-Verhältnis stieg auf 2,2 an und zeigt den größten Überhang an Put-Umsätzen seit März dieses Jahres.
In den USA sehen wir das Gegenteil: Das Put/Call-Verhältnis fällt auf 0,47 und liegt damit im Bereich der niedrigsten Werte des laufenden Jahres. US-Anleger fragen also verstärkt Long-Spekulationen nach.
Entsprechend ist die Investitionsquote der US-Fondsmanager von 82% auf 88% angestiegen. Die Bulle/Bär-Differenz von 14%punkten zeigt einen Bullenüberhang, 42% Bullen stehen nur noch 28% Bären gegenüber.
Der Angst und Gier Indikator steht mit 61% auf moderater Gier.
Interpretation

Oder könnte die gute Laune an den Finanzmärkten damit zusammenhängen, dass dort eher konservative Ansichten dominieren und Donald Trump als der bessere Kandidat für die Finanzmärkte gesehen wird? In diese Denkrichtung würde dann auch das Ampel-Aus in Deutschland passen: Anleger freuen sich auf die nächste Regierung, die sicherlich konservativer aufgestellt sein wird als die Ampel.
Sollte diese Denkrichtung stimmen, so könnte der nächste Impuls für den DAX von Olaf Scholz kommen: Je länger er die Vertrauensfrage, und damit Neuwahlen hinauszögert, desto ungehaltener dürften deutsche Anleger werden. Eine frühe Abstimmung hingegen beispielsweise, wie von der CDU gefordert, im Rahmen der Regierungserklärung am kommenden Mittwoch, dürften beim DAX für steigende Kurse sorgen.
Bereit für weitere Käufe scheinen die Anleger zu sein. Obwohl die Cashquote sehr gering ist, planen Anleger konkret, ihre Positionen in den kommenden zwei Wochen aufzustocken.
Grundsätzlich ist das Stimmungsbild moderat positiv, so dass wir keine Warnung daraus ablesen können. Im Gegenteil, man wartet auf die Gelegenheit, mehr zu investieren. Ein Rückschlag an den Aktienmärkten, ausgelöst durch eine negative Überraschung, würde somit frühzeitig von Anlegern als Kaufgelegenheit wahrgenommen und genutzt werden, so dass ein tieferer Ausverkauf aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich ist.
4. Ausblick: Auswirkung des Wahlsiegs Trumps auf das Heibel-Ticker Portfolio
Ich denke, wir gehen einfach mal unser Portfolio durch, um die verschiedenen Auswirkungen von Trumps Wahlsiegs einzuordnen. Vorab kurz der Blick auf den DAX. Dort liegen auf Wochensicht der Rüstungskonzern Rheinmetall mit +14% und der Zementmischer Heidelberg Materials mit +13% vorn.

Am Ende der Wochenliste im DAX stehen BMW mit -8% und Mercedes-Benz mit -6%. Die Autoindustrie fürchtet natürlich die Zölle, die Donald Trump in seinem Wahlkampf ankündigte. Nun, da er nicht nur die überwältigende Mehrheit für seine Präsidentschaft erhielt, sondern auch noch mit seinen Republikanern sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus dominiert, gibt es eigentlich nichts mehr, das ihn in seinen Vorhaben aufhalten könnte.
So ist zu befürchten, dass er 10-20% Einfuhrzoll auf alle Produkte, die in die USA eingeführt werden sollen, erhebt. Für Waren aus China möchte er Zölle in Höhe von 60-100% einführen und Autos aus Mexiko sollen mehr als 200% auf ihre Autoexporte zahlen.
Gleichzeitig ist jedoch Elon Musk eine neue, starke Person in seinem Kabinett und Musk ist seit jeher ein Vertreter freier Märkte, also auch zollfrei. Ich kann noch nicht wirklich abschätzen, wieviel Einfluss Musk auf Trump nehmen kann, doch Musk könnte der Einzige sein, der Trump bei kritischen Themen zu zügeln in der Lage ist. Immerhin ist Musk reicher als Trump und genau das ist die Welt, in der Trump lebt: Wer ist stärker, wer hat mehr?
Meine grundsätzliche Erwartung ist die, dass Trump zu Beginn seiner Amtszeit mit unpopulären Entscheidungen für Turbulenzen an den Aktienmärkten sorgen wird, da niemals klar ist, ob seine Eingriffe mittelfristig tatsächlich der Konjunktur helfen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Elon Musk als Kopf des neu zu erschaffenden Departments of Government Efficiency einen argentinischen Javier Milei als leuchtendes Vorbild für seine radikalen Maßnahmen nehmen wird. Wir kennen die Zielstrebigkeit von Musk bereits aus seiner Übernahme von Twitter, wo man ihm lange Zeit nachsagte, er fahre den Laden gegen die Wand. Das ist jedoch bis heute nicht erfolgt, sehr zum Leidwesen seiner Kritiker.
Wie immer beim Kapitalismus wird das Wirtschaftswachstum meiner Erwartung nach tatsächlich angekurbelt, der soziale Zusammenhalt wird jedoch stark belastet und insbesondere die Schwächsten im Land werden es schwer haben, Unterstützung zu erhalten.
Schauen wir nun also mal auf unsere einzelnen Portfoliopositionen, beginnen wir wie immer von unten:

Der Bitcoin schreibt nun täglich neue Allzeithochs, mit aktuell 76.000 USD sprechen viele schon vom nächsten Ziel bei 100.000 USD.
Unsere Anleihen von Symrise und Südzucker hatten es diese Woche schwer. Die Wahlversprechen von Donald Trump sind deutlich teurer als die von Harris. Entsprechend fürchten nun viele Anleger eine Finanzierungsflut der US-Regierung, die die Anleihemärkte mit neuen Staatsanleihen fluten könnte. Man hält sich daher auf den Anleihemarkt zurück, die Anleihepreise purzeln in diesen Tagen und im Umkehrschluss steigen die Renditen. Inflationsangst keimt auf, zumal Jay Powell heute den Leitzins senkte.
Unsere beiden Anleihen sind jedoch gegen solche Turbulenzen abgeschirmt. Die Südzucker-Anleihe durch den variablen Zins in Abhängigkeit vom Euribor. Und die Symrise-Anleihe wird zum Dezember 2025 zu 100% zurückgezahlt, egal wie sich die Zinsmärkte entwickeln, sofern natürlich Symrise nicht zuvor in die Insolvenz geht. Doch dafür gibt es keinerlei Anzeichen.

Im Dividendenbereich liefs gut diese Woche: Holcim stieg um 6% an. Der Schweizer Zementmischer profitiert mit seinem energieintensiven Geschäft von günstigeren Energiekosten, die unter einem Präsident Trump weltweit erzeugt werden könnten.
Nitto Denko ist ein Zulieferer von Bauteilen für die Autoindustrie sowie Hightech Unternehmen. Eigentlich müsste die Aktie aus Angst vor Zöllen schwächer notieren, doch das ist nicht der Fall. Die Aktie legte um 7% zu. Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es vermutlich zu schön um wahr zu sein. Vielleicht sollten wir Anfang kommender Woche einen kleinen Teil der Position verkaufen, also Teilgewinne sichern, um einem möglichen Rücksetzer nach diesem Kurssprung zuvor zu kommen. Ich melde mich gegebenenfalls, werde aber zuvor noch weiter nach möglichen Ursachen für den Kursanstieg suchen.
Snap-On gab heute eine Dividendenerhöhung um 15% bekannt, die Aktie sprang daraufhin um 8% an. Abgesehen davon ist der Werkzeugmacher in meinen Augen durch seine inländische Produktion weitgehend immun gegenüber Trump.
Die Allianz notiert leicht im Minus. In den vergangenen Wochen zeichnete sich ohnehin ab, dass die seit der Finanzkrise geltenden hohen Auflagen für Finanzinstitute weiter gelockert werden. Dieser Lockerungsprozess dürfte unter Trump deutlich beschleunigt werden, was den US-Finanztiteln einen Vorteil gegenüber ihren europäischen Wettbewerbern geben dürfte. Aus diesem Grund sind auch die Deutsche Bank und die Commerzbank diese Woche auf der Verliererseite.
Cewe dürfte mit seinen Fotobüchern hier in Europa ziemlich unabhängig von Trumps Entscheidungen sein.
Schauen wir mal auf den Wachstumsbereich. Dort sticht Apple hervor, deren Beziehung zu Trump ich nicht wirklich einschätzen kann. Ich glaube, Apple ist weitgehend neutral bzw. hat seine Vorliebe für Harris nicht so offensiv zur Schau getragen wie viele andere Unternehmen im Silicon Valley. Aber Apple produziert den Großteil seiner iPhones in Taiwan.
Wird Trump seine Unterstützung für Taiwan aufrecht erhalten? Ein Blick auf die US-Chipindustrie zeigt, dass diese Unterstützung derzeit alternativlos ist. Aber es ist eine Schwäche der US-Wirtschaft und Trump hasst Schwächen. Er könnte also Druck auf Apple ausüben, sich schneller aus Taiwan zu verabschieden, als dies derzeit geschieht. Apple hat bereits Indien als neuen Wachstumsmarkt auserkoren. Dennoch könnte Trump Druck machen, das Tempo zu erhöhen.
Ich denke, am Ende ist Apple mächtig genug, um mit Donald Trump einen "Deal" auszuhandeln, mit dem die Abhängigkeit von Taiwan in einem geregelten Verfahren über die nächsten Jahre reduziert wird.
Novo Nordisk und Eli Lilly dürften meiner Einschätzung nach natürlich ins Visier von Trump geraten, doch das Gesundheitssystem in den USA ist so kompliziert, dass es eine einfache Lösung vermutlich nicht geben wird. Hmm, aber der Druck könnte sich erhöhen, insbesondere der Druck auf die Preisgestaltung. Nicht umsonst gab die Aktie von Novo Nordisk diese Woche bereits 3% ab.
Nextracker produziert in den USA und wird unabhängig von Fördermaßnahmen von den Hyperscalern, den Tech-Giganten, die KI-Rechenzentren bauen und geschworen haben, dies CO2-neutral zu tun, nachgefragt. Die Schwankung im Aktienkurs führe ich mehr auf die Wahrnehmung als Solarunternehmen zurück, die von Trump nicht mehr gefördert werden könnte, weniger auf das eigentliche Geschäft von Nextracker. Sprich: Nextracker ist prädestiniert, in den kommenden Quartalen die niedergeschlagenen Erwartungen der Anleger zu übertreffen :-).
Palo Alto Networks gilt als Dienstleister der nationalen Sicherheit, ist damit schon fast so beliebt wie Rüstungsaktien. Die Cybersicherheit wird von Trump als wichtig angesehen.
Nvidia ist ein nationaler Champion, den wird er nicht anfassen. Aber genau wie für Apple wird auch für Nvidia gelten: Jensen Huang muss einen Deal mit Trump machen, um dem Wunsch der Reduktion der Abhängigkeit von Taiwan zu entsprechen.
Das Geschäft von Nynomic hat eigentlich nichts mit Trump zu tun. Auch nicht das von Medios.
Wheaton Precious haben wir heute reduziert, wie oben unter dem Gold ausgeführt.
Bleiben unsere Spekulationen: Dell springt diese Woche um 6% an, weil der Ausbau von KI-Rechenzentren stark an den Energiepreisen hängt, die unter einem Präsidenten Trump tendenziell eher sinken werden. Außerdem gab diese Woche Wettbewerber Super Micro Details zu ihrem verschobenen Jahresabschluss bekannt: der neue Termin für die Veröffentlichung ist noch nicht bekannt.
Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Super Micro geht pleite, Dell schnappt sich deren Kunden.
Coterra bleibt ein durchwachsenes Investment. Ich hatte bereits angedeutet, dass Trump den Israelis freie Hand geben könnte, den Iran zu bombardieren und deren Ölanlagen außer Betrieb zu setzen. Das würde natürlich den Ölpreis in die Höhe treiben und Coterra würde davon stark profitieren. Auch wenn dieses Szenario in meinen Augen sehr unwahrscheinlich ist, so haben wir mit Coterra eine Aktie, die so günstig ist, dass sie auch im Falle weiter fallender Energiepreise nicht mehr viel sinken kann.
Puma veröffentlichte diese Woche Zahlen (siehe Update), ich ging ausführlich darauf ein. CEO Arne Freund führte ausführlich aus, wie man auf eventuelle Einfuhrzölle von Trump reagieren könnte, ohne zu stark belastet zu werden.
PVA Tepla wird nächste Woche Dienstag Q-Zahlen veröffentlichen. Übrigens genau wie Medios. Cewe berichtet am Donnerstag. Bei PVA bin ich auf die Kommentare von CEO Jalin Ketter gespannt, denn nach wie vor agiert das Unternehmen in einem ungemütlichen Umfeld: Zuletzt wurde der Bau zweier Chip-Fertigungsanlagen storniert oder verschoben. Ungemütlich. Der Auftragseingang ließ in den vergangenen Quartalen ebenfalls zu wünschen übrig. Ich bin gespannt. Abhängigkeiten zu Trump? Kann ich derzeit nicht erkennen.
Soweit ein Schnelldurchlauf. Alles Weitere entnehmen Sie bitte den Updates, wovon es diese Woche besonders viele gibt.
5. Update beobachteter Werte: Holcim, Novo Nordisk, PVA Tepla, Coterra Energy, Apple, Novo Nordisk, Puma, Wheaton Precious Metals
Im Wochenverlauf habe ich Updates zu unseren Portfolio-Titeln verfasst. Diese erhalten Sie nachfolgend zusammen aufgeführt.
Die Updates finden Sie generell jeweils nach der Veröffentlichung verfügbar unter Heibel-Ticker -> Portfolio -> 10 neueste Einträge und mit der Express-Funktion erhalten Sie die Updates direkt unterwöchig per E-Mail und SMS.
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Holcim: Nachfrage zieht an, gute Margenentwicklung
Di, 05. November um 11:37 Uhr
Wir haben Holcim als solide Dividendenaktie (3,4%) in unser Portfolio geholt. Und natürlich habe ich auch darauf geachtet, dass der Geschäftsausblick des Unternehmens einen Aktienkursanstieg ermöglicht. Das ist zwar nicht der Hauptfokus, doch es ist beruhigend, wenn die Bewertung der Aktie ebenfalls Spiel nach oben hat.
Hauptaugenmerk bei Holcim liegt auf der Margenentwicklung. Weltweit ist das Zementmischen energieintensiv und ein lokales Geschäft. Dennoch gibt es einige dominierende Unternehmen in diesem Bereich: Cemex, Heidelberg Materials, ... und natürlich Holcim.
Die Gewinnmarge ist unter Druck, wenn mehr produziert als nachgefragt wird. Die Marge weitet sich aus, wenn die Nachfrage anzieht. In den USA wurden in den vergangenen Jahren immer wieder staatliche Programme ins Leben gerufen, mit denen die Infrastruktur des Landes instand gehalten werden soll. In der vergangenen Woche wurde ein weiteres Infrastrukturprogramm mit einem Volumen von 4,2 Mrd. USD verabschiedet. Dieses Programm kommt auf das 2021 verabschiedete IIJA (Infrastructure Investment and Jobs Act) mit einem Volumen von 1,2 Bio. USD hinzu, das für die Modernisierung von Straßen, Brücken, Schienenverkehr, Wasserinfrastruktur, Stromnetzen und der Breitbandversorgung ins Leben gerufen wurde.
Es gibt hier einen großen Nachholbedarf. Außerdem ist das ein klassisches Konjunkturprogramm, mit dem ein zyklischer Wirtschaftsabschwung abgefedert wird. Holcim und andere Zementmischer gehören zu den großen Profiteuren dieser Programme. Die Nachfrage steigt, die Preise können angehoben werden. Für die nächsten Preisverhandlungsrunden im ersten Halbjahr 2025 geht das Management von Holcim von moderaten Preissteigerungen aus, wie ich dem Analystencall entnehmen konnte.
Die Infrastrukturprogramme sind sehr langfristig angelegt. Analysten von JPMorgan und der Deutschen Bank gehen davon aus, dass diese Nachfrageeffekte für steigende Margen bis 2028 / 2029 ausreichen. Das heißt: Der Gewinn steigt überproportional.
Dieser Trend gibt uns also Sicherheit für eine solide Dividendenentwicklung, sowie auch für das Geschäft von Holcim. Die größte Gefahr, die ich sehe, liegt im Management. Der Markt ist aufgeteilt, es wäre destruktiv, die Kapazitäten maßgeblich auszuweiten. Holcim meldete im abgelaufenen Quartal 6 Übernahmen. Ich habe mir die Übernahmen angeschaut und habe den Eindruck, dass das Wachstum bei Holcim nicht durch Kapazitätsausweitung, sondern durch Übernahmen erfolgen soll. Das halte ich für gesund, denn dadurch bleibt die Margenentwicklung intakt.
Für das erste Halbjahr 2025 ist der Börsengang der US-Tochter von Holcim geplant. Das Unternehmen möchte damit dem US-Geschäft mehr Flexibilität für eigene Übernahmen geben, sowie auch steuerliche Vorteile in den USA besser nutzen können.
Im laufenden Jahr kaufte Holcim Aktien im Wert von 1 Mrd. CHF zurück. Das Rückkaufprogramm soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden. Dies entspricht rund 2% aller ausstehenden Aktien. Die Aktien sollen aus dem Verkehr gezogen werden. Sie wissen ja: Aktienrückkäufe und Dividenden sind zwei Wege, Geld an die Aktionäre zurückzugeben. Der Aktienrückkauf führt zu einem höheren Gewinn je Aktie in der Zukunft.
Für Europa erwartet das Management erst im zweiten Halbjahr 2025 Besserung. Dennoch läuft das Europageschäft derzeit zufriedenstellend. Ich könnte mir vorstellen, dass wir gerade hier in Deutschland derzeit ziemlich viel Trübsal blasen, in den südlichen Ländern der EU sehe ich jedoch starke Erholungstendenzen. Insbesondere in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal (PIGS, Sie erinnern sich vielleicht), bessern sich die Daten. Auch Amazon sprach im Analystencall von einer überraschend positiven Entwicklung im Süden Europas.
Also: Holcim hat das Zeug, die Position als eine langfristig solide Dividendenaktie durch eine erfreuliche Aktienkursentwicklung zu ergänzen :-)
Alle Updates zu Holcim
Novo Nordisk: Die Konkurrenz schläft nicht, doch sie hinkt hinterher
Di, 05. November um 15:12 Uhr
In den vergangenen Wochen mehren sich die Berichte über konkurrierende Produkte für die Adipositas-Behandlung. Mit positiven Meldungen sorgen Wettbewerber für exorbitante Kurssprünge in der eigenen Aktie und belasten Novo Nordisk und Eli Lilly. Schauen wir uns mal ein paar Beispiele an.
GENERIKA
Hims & Hers vertreibt in den USA seit einigen Monaten eine Generika-Version der Abnehmspritze zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Es handelt sich um ein zusammengesetztes (compounded) Semaglutid-Medikament, das dem Medikament von Novo Nordisk und Eli Lilly ähnelt, aber nicht gleicht. Hims & Hers liefert die gleichen Wirkstoffe in spezialisierte Apotheken, die dann vor Ort individuell das Medikament zusammen mischen. Die Kosten belaufen sich auf monatlich rund 200 USD.
Novo & Eli haben nicht nur ihre Medikamente, sondern auch den Produktionsprozess nach strengen Regularien ausgerichtet, so dass eine garantierte Qualität sichergestellt ist. Das muss nicht heißen, dass die in der Apotheken erstellten Medikamente weniger gut sind, doch Hims & Hers ist noch weit entfernt von einer Massenproduktion.
Die Erlaubnis erhielt Hims & Hers nur ausnahmsweise und vorübergehen, weil Novo & Eli nicht ausreichend Abnehmspritzen produzieren konnten, ich berichtete darüber. Diese Erlaubnis läuft in einigen Wochen aus, da Novo & Eli ihre Produktionskapazitäten deutlich erhöhten. Hims & Hers konnte in den vergangenen Monaten den Umsatz um 77% steigern. die Aktie schoss nach oben.
Flüchtige Anleger zogen daraus die Schlussfolgerung, dass der Markt der Abnehmspritze zu einem Schlachtfeld wird, bei dem viele Anbieter in einen Preiskampf treten. Doch es gibt weder einen Preiskampf noch überhaupt die Möglichkeit für Wettbewerber oder Generika-Anbieter, eine eigene Abnehmspritze anzubieten, wenn die Ausnahmegenehmigung in einigen Wochen ausgelaufen ist. Schlimmer noch: Hims & Hers ist weit davon entfernt, eine Logistik aufzubauen, mit der man den beiden Weltkonzernen Paroli bieten könnte.
Nun hat Hims & Hers einen alten, patentfreien Wirkstoff aus der Mottenkiste geholt und kündigte an, nach Ablauf der Ausnahmegenehmigung mit diesem Wirkstoff ein konkurrierendes Produkt anzubieten. Natürlich wird das Unternehmen ein paar dieser Medikamente verkaufen, doch diese sind qualitativ bei weitem nicht vergleichbar mit den aktuellen Abnehmspritzen von Novo & Eli.
ABNEHMPILLE
An der Abnehmpille forschen derzeit viele, wenn nicht alle ;-), Pharmakonzerne. Hier ein kleiner Auszug über den Stand der Dinge:
Viking Therapeutics hat positive Ergebnisse aus einer Phase-1-Studie mit seinem oralen GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonisten VK2735 berichtet. Teilnehmer, die die höchste Dosis von 100 mg erhielten, verloren durchschnittlich 8,2 % ihres Körpergewichts über vier Wochen. Das Unternehmen plant, bis Ende des Jahres eine Phase-2-Studie zu starten.
Die typische Dosis bei den von Novo Nordisk und Eli Lilly in der Studienphase 2 befindlichen Pillen beträgt 45 mg. Ich möchte nicht wissen, wieviel Gewicht man bei einer doppelten Dosis verlieren würde. Außerdem befinden sich die Abnehmpillen von Novo & Eli bereits seit einigen Monaten in der Studienphase 2 und bauen auf einen Wirkstoff, der in anderer Verabreichungsform (Spritze) bereits zugelassen ist. Je später eine Pille zugelassen wird, desto mehr existierende Pillen gibt es. Zulassungen gibt es nur für Medikamente, die eine nennenswerte Verbesserung gegenüber existierenden Medikamenten erbringen.
Davon abgesehen wurde die Studie der Phase 1 meinen Quellen zufolge mit 92 Probanden durchgeführt. Das ist eine so kleine Anzahl, dass daraus noch lange nicht über den Erfolg entschieden werden kann. Insbesondere Nebenwirkungen zeigen suchhäufig erst bei Studien mit deutlich größerer Zahl an Probanden. Das Studienergebnis von Viking ist also in meinen Augen "nett", mehr nicht.
AstraZeneca entwickelt den orale GLP-1-Rezeptor-Agonisten AZD5004. In einer Phase-1-Studie mit 72 Teilnehmern zeigte das Medikament eine gute Verträglichkeit - mit Nebenwirkungen, die für die GLP-1-Klasse typisch sind. Das Unternehmen hat daraufhin mit Phase-2-Studien begonnen, die voraussichtlich Ende 2025 abgeschlossen werden.
Auch hier gibt es also erst eine sehr kleine Teilnehmerzahl und ersten Ergebnissen zufolge keine wirkliche Verbesserung gegenüber den weiter fortgeschrittenen Pillen von Novo und Eli.
Pfizer hat die Entwicklung der zweimal täglich einzunehmenden oralen GLP-1-Formulierung Danuglipron aufgrund hoher Nebenwirkungsraten eingestellt. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf eine einmal täglich einzunehmende Version, deren Daten im nächsten Jahr erwartet werden. es gibt hier also noch nicht einmal Ergebnisse einer Phase 1 Studie.
Roche entwickelt ebenfalls ein orales Adipositas-Medikament, hat jedoch in einer Phase-1-Studie Rückschläge erlitten, da bei Probanden ein ungewöhnlicher Anstieg der Herzfrequenz beobachtet wurde.
Jedes mal, wenn ein Wettbewerber Studienergebnisse veröffentlicht, brechen die Aktien von Novo Nordisk und Eli Lilly ein. Das liegt daran, dass die Wettbewerber die Chancen des Adipositas-Marktes rosig ausmalen und ihren Aktionären aufzeigen, wieviel man dort verdienen kann, wenn man ein Medikament zur Zulassung bringt. Über die Risiken auf dem Weg zur Zulassung wird nicht gesprochen, daß ist bei Pharmakonzernen Allgemeinwissen, wird jedoch von Aktionären häufig übersehen.
Wir haben Novo Nordisk als disruptives Unternehmen in unser Wachstumsportfolio geholt. Disruptiv, weil mit der Fettleibigkeit gleichzeitig auch viele Zivilisationskrankheiten bekämpft werden. Die Entwicklung wird meiner Einschätzung nach über Jahre positiv sein. Derzeit befinden wir uns in der Phase, in der die Konkurrenz erkannt hat, wie wichtig dieser Markt ist. Also versucht man mit aller Gewalt, in diesem Markt ebenfalls Fuß zu fassen. Ich denke, wir müssen diese Phase durchstehen.
Zur Erinnerung: Novo Nordisk und Eli Lilly teilen sich den globalen Diabetes-Markt. Die Adipositas-Medikamente sind in ihrer Produktion ähnlich. Das kann zwar kopiert werden, doch eine globale Infrastruktur kann man nicht so schnell aufbauen. Ich gebe der Konkurrenz also durchaus Chancen, sich Nischen zu sichern. Doch die beiden Marktführer werden sich den Löwenanteil sichern. Daher sollten deren Aktien nach dieser Phase der Verunsicherung durch Wettbewerber irgendwann wieder ansteigen. Ich möchte dann dabei sein und würde im Fall eines weiteren Kursverfalls irgendwann höchstens überlegen, nochmals nachzukaufen.
Alle Updates zu Novo Nordisk
PVA Tepla: Marktschwäche
Di, 05. November um 17:37 Uhr
Heute bricht die Aktie von Celanse, meinem früheren Arbeitgeber, um 25% ein. 1995 bis 1998 arbeitete ich bei Höchst in Frankfurt Höchst an der SAP-Einführung, mehrere Jahre wurde ich auf dem Werksgelände der Tochter Ticona eingesetzt, die nah am Frankfurter Flughafen Technische Kunststoffe (Plastik) für die Autoindustrie produzierte. Ticona war hochprofitabel: Langfristige Aufträge mit der Autoindustrie sorgten für eine gute Planungsgrundlage, der komplexe Fertigungsprozess lief 24/7 und eine ausgeklügelte Logistik sorgte dafür, dass täglich mehrere Öl-Tanklastzüge just-in-time den Hauptrohstoff für die Produktion lieferten.
Der Höchst-Konzern wurde in den 90ern in drei Konzerne und rund 20 kleinere Betriebe zerschlagen. Ticona landete letztlich bei Celanese. Es ist der Unternehmensteil, der für die ursprüngliche Namensgebung von Höchst verantwortlich war: Die IG Farben, oder die "Farbwerke", wie die Höchster ihren Betrieb nannten, stellten Farben her. Ein großer Kunde war natürlich auch hier die Autoindustrie.
Die heute veröffentlichten Quartalszahlen von Celanese sind eine Katastrophe: Umsatz und Gewinn blieben hinter den Erwartungen zurück, die Dividende wird um 95% gekürzt. Das Management beklagt die anhaltend schwache Nachfrage, die sich im laufenden Q4 noch weiter verschlechtere. Man werde bis Ende des Jahres Fertigungsanlagen vorübergehend herunterfahren, um Kosten zu sparen. Dazu müssen Sie wissen, dass ein Herunterfahren der Produktionsanlage sehr teuer ist. Das macht man nicht mal eben, um ein paar Euro zu sparen, sondern normalerweise produziert man lieber ein wenig vor und verkauft die Ware dann mit Abschlag, bevor man eine laufende Fertigung aus dem Dauerbetrieb nimmt.
Der holländische Autozulieferer NXP Semi gibt heute 7% ab. Das Unternehmen hat überraschend den Ausblick für das laufende Q4 um 10-15% reduziert. Zu viele Chips lägen auf Lager, beklagt NXP Semi. Die Nachfrage nach Automobilchips, insbesondere für E-Autos, sei rückläufig. Chinesische E-Autos, die inzwischen einen Marktanteil von 25% in Europa haben, verwenden keine europäischen Chips.
Lassen Sie mich einen kurzen Überblick über das Ausmaß der Misere geben, das Ihnen täglich nebulös in der Tagespresse vorgebetet wird:
Die Produktion der deutschen Chemieindustrie ging durch den Anstieg der Energiepreise seit dem Krieg in der Ukraine um 18% zurück. Die Automobilproduktion in Deutschland erreichte ihren Höchststand 2016 bei 5,7 Mio. Fahrzeugen und ist auf 4,1 Mio. Fahrzeuge im vergangenen Jahr gesunken – ein Rückgang um mehr als ein Viertel. Seit 2018 sind in der Branche 64.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, und weitere Stellen sind bedroht.
Volkswagen hat erstmals in seiner Geschichte vor möglichen Werksschließungen in Deutschland gewarnt. Dies unterstreicht die Schwäche im traditionellen Industriebereich und die Herausforderungen, denen deutsche Automobilhersteller durch die Konkurrenz aus China gegenüberstehen.
Der 212 Jahre alte Automobilzulieferer Thyssenkrupp, einst ein Symbol der deutschen Industriestärke, verzeichnet seit 10 Jahren einen Umsatzrückgang von durchschnittlich 1% p.a., wobei tausende Arbeitsplätze gefährdet sind.
Der Reifenhersteller Continental plant die Ausgliederung seines strauchelnden Automobilgeschäfts im Wert von 20 Mrd. EUR, was die Schwierigkeiten verdeutlicht, denen etablierte Unternehmen gegenüberstehen.
Venator Chemical Plant: Das britische Chemieunternehmen Venator musste sein Werk zur Herstellung von Titandioxid in Duisburg schließen, was zum Verlust von 350 Arbeitsplätzen führte. Die steigenden Energiepreise und Konkurrenz durch billigere Importe aus China haben den Betrieb in Deutschland unrentabel gemacht. Titandioxid (TiO₂) wird in der Automobilindustrie für Lacke und Beschichtungen eingesetzt. Als das weißeste und hellste aller bekannten Pigmente verleiht TiO₂ Fahrzeugen eine einzigartige Helligkeit und Widerstandsfähigkeit. Es sorgt für brillante Farben, makellose Kunststoffteile und langlebige Beschichtungen. Darüber hinaus trägt TiO₂ zur Energieeffizienz bei, indem es die Reflexion von Sonnenlicht verbessert und somit die Aufheizung des Fahrzeugs reduziert. Dies kann den Energieverbrauch für die Klimatisierung senken.
ZF Friedrichshafen: Der Automobilzulieferer plant aufgrund der Umstellung auf Elektrofahrzeuge, die weniger Bauteile benötigen, bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abzubauen. ZF sieht sich mit einem Rückgang des Umsatzes und des operativen Gewinns konfrontiert und befindet sich in einer schwierigen Lage.
Unsere PVA Tepla ist unter anderem ein Maschinenbauer für Kristallzuchtanlagen, mit denen Silicium, der Rohstoff für Wafer, erzeugt wird. Die Kristallzuchtanlagen werden von Siltronic verwendet, um Wafer für Infineon und NXP Semi zu produzieren, die wiederum daraus Chips für die Autoindustrie herstellen. Sie sehen: Irgendwie ist da der Wurm drin.
Es lässt sich leider nicht recherchieren, wie groß der Einfluss des Automobilgeschäfts für PVA Tepla letztlich ist. Immerhin macht die Metrologie (Messtechnik) einen zunehmenden Umsatzanteil aus und das mit Kristallzuchtanlagen von PVA Tepla erzeugte Silizium wird für Wafer verwendet, die sowohl Chips für die Autoindustrie, aber auch für die KI-GPUs produzieren.
Übrigens: Ebenfalls heute eröffnet PVA Tepla ein neues Werk in Nord-Italien. Es häufen sich die Indizien für einen Aufschwung in den südlichen Ländern Europas, insbesondere Italien, Portugal und Griechenland. Dieser Schritt von PVA Tepla könnte zur richtigen Zeit kommen.
...und warum verkaufen wir diese Position nicht einfach? Nun, nach wie vor gehe ich davon aus, dass die Aktie sich vervielfachen kann, wenn sich der Wind dreht. Aktuell ist sie viel zu günstig.
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Coterra Energy: Trump 2.0
Mi, 06. November um 09:49 Uhr
In diesen Minuten gab Donald Trump bereits seine Siegesrede. Tatsächlich stehen die Chancen für einen Wahlsieg von Kamala Harris derzeit bei weniger als 10%. Ich gehe daher bis auf weiteres davon aus, dass Trump der nächste US-Präsident wird. Was bedeutet das für unser Portfolio?
Nun, wir sind bestens für den Wahlsieg Donald Trumps positioniert. Übrigens: Wir waren auch bestens für einen Wahlsieg von Kamala Harris positioniert. Ich habe sämtliche Themen, bei denen sich die beiden deutlich unterschieden, vermieden. Unser Portfolio ist voller Positionen, die vom Politikwechsel in den USA profitieren, egal ob Biden durch Harris oder Trump abgelöst wird.
Lediglich zwei Positionen würde ich unterschiedlich betrachten: Coterra und Apple. Zu Apple nehme ich in einem separaten Update Stellung. Zu Coterra habe ich meine Meinung in den vergangenen Stunden geändert.
Denn eigentlich wollte ich Coterra im Falle eines Wahlsiegs von Trump verkaufen. Trump sprach in seiner soeben gehaltenen Rede von Robert F. Kennedy, der Neffe des 1963 ermordeten US-Präsidenten JFK. Bobby Kennedy engagiert sich als Anwalt für den Umweltschutz und Verbraucherschutz. Trump lobte das Engagement Kennedys und sagte, er werde ihm völlig freie Hand geben, um seine Themen voranzutreiben ... bis auf eines: Er solle ihm (Trump) die Ölindustrie lassen. Da darf Kennedy nicht hinein funken, denn die Ölindustrie habe mehr Öl als Saudi Arabien und werde mit günstigen Energiepreisen die US-Konjunktur nach vorn katapultieren.
Die Logik dahinter: Trump ist der Ölindustrie zugeneigt, das ist kein Geheimnis. Er wird Förderungen und Pipelines genehmigen, die unter den Demokraten nicht genehmigt wurden. Dadurch wird mehr Öl verfügbar sein, was den Preis, sogar den weltweiten Ölpreis, senken wird. Denn die USA haben mehr Öl als sie benötigen und werden exportieren.
Ein rückläufiger Ölpreis ist natürlich schlecht für Coterra, deswegen wollte ich die Aktie im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump verkaufen. Doch vorhin wurden in einer Diskussion auf CNN Szenarien besprochen, wie sich Trump zum Krieg in Israel stellen werde. Trump habe, so einer der Kommentatoren, klar kommuniziert, dass er Israel freie Hand geben werde. Das gehe sogar so weit, dass Israel den Iran "in Schutt und Asche legen könne", um die Probleme mit der durch den Iran unterstützen Hisbollah, Hamas und Huthies zu lösen.
Ich möchte nun nicht darüber spekulieren, ob das ein realistisches Szenario ist, oder nicht. Für uns als Coterra-Aktionäre würde allein die Diskussion über eine solche Möglichkeit den Ölpreis deutlich nach oben bewegen. Und tatsächlich steigt Coterra heute früh kräftig an (aktuell +3%).
Also warten wir noch ein wenig ab.
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Apple: Fehde von Elon Musk mit Apple, Zuckerberg arbeitet an iPhone-Nachfolger
Mi, 06. November um 11:34 Uhr
Es wäre leichter zu erzählen, dass Tim Cook und Elon Musk sich streiten. Doch der Streit ist einseitig: Elon Musk wettert immer wieder gegen Apple. Eine gute Übersicht darüber können Sie hier nachlesen:
https://www-businessinsider-com.translate.goog/elon-musk-twitter-war-with-apple-history-of-criticism-2022-11?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq#now-musk-is-threatening-to-take-action-against-apple-users-after-denouncing-its-partnership-with-openai-11
Unter einem US-Präsidenten Donald Trump möchte Elon Musk gerne ein eigenes, neu zu erschaffenes Ministerium führen, das den Namen DOGE tragen soll: Department Of Government Efficiency - Ministerium für eine effiziente Regierung. Wer Elon Musk schon länger kennt, muss sich bei diesem Namen auf die Schenkel klopfen. "Doge" ist eine Kryptowährung, die zum Spaß und ohne Inhalt erschaffen wurde. Elon Musk hat diese Kryptowährung stark gepusht und darin investiert, vermutlich damit auch viel Geld verdient. Doch er hat nie bestritten, dass diese Kryptowährung nichts weiter ist als ein Spaß.
Er wurde dafür stark kritisiert, da viele Menschen, die nicht so clever wie er spekulierten, damit viel Geld verloren haben. Er habe sie auf den falschen Pfad gebracht, so der Vorwurf. Ich würde sagen: Ja, der Elon Musk ist mit Vorsicht zu genießen. Und dass er nun ein Ministerium, das für ihn geschaffen werden soll, auf den Namen Doge taufen möchte, lässt viele an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln.
Doch genau das eint Donald Trump und Elon Musk: Wer nur auf die Form achtet, mit der diese beiden Menschen an die Öffentlichkeit gehen, muss beide für nicht zurechnungsfähig erklären. Wer jedoch schaut, was sie erreichen, der muss sie zumindest ernst nehmen.
Derzeit deutet alles darauf hin, dass Trump die Wahl gewinnt. Entsprechend ist es wahrscheinlich, dass Musk eine wichtige Rolle in der US-Politik der kommenden vier Jahre spielen wird.
Schon unter Joe Biden war Apple im Visier der Wettbewerbsbehörde. Die Vereinbarung zwischen Apple und Google, die Google-Suche als Standard für iPhone- und Mac-Nutzer einzurichten, wurde als wettbewerbswidrig erklärt, da die beiden Unternehmen zusammen ein Such-Monopol hätten und diese Macht missbrauchten. Trotz dieser Vorwürfe konnte die Aktie von Apple seit diesem Urteil um 50% ansteigen.
Elon Musk wirft nun Apple vor, die falsche KI-Strategie zu fahren. Zum einen sei Tim Cook zu dumm, um eine eigene KI zu entwickeln. Zum anderen würde Apple mit dem Partner OpenAI, Anbieter von ChatGPT, eine fragwürdige KI nutzen. Wir wissen ja, dass Elon Musk zu den Gründern von OpenAI gehörte, doch später aufgrund von Meinungsverschiedenheiten darüber, was "open" - also gemeinnützig und open source - wirklich bedeute: OpenAI-Chef Sam Altman hat sowohl den open source, als auch die Gemeinnützigkeit abgeschafft.
Dass Apple nun gerade OpenAI nutzt, ärgert Elon Musk enorm. Ich weiß nicht, ob er seine politische Macht nutzen wird, um Apple von dieser Entscheidung abzubringen.
Apple ist ein Wirtschaftsfaktor in den USA. Trump wird Musk nicht freie Hand geben, um einen persönlichen Rachefeldzug gegen Apple zu fahren. Doch kleine, wirkungsvolle Nadelstiche könnte Musk meiner Einschätzung nach tatsächlich setzen. Wir müssen also diese Beziehung im Auge behalten.
RAY BAN META GLASSES
Wir müssen bei Apple noch eine zweite Entwicklung im Auge behalten: Metas Ray Ban Brille. Es handelt sich um eine AR-Brille, mit der Mark Zuckerberg die Zukunft gestalten möchte. Ich habe ein wenig gebraucht, um die Tragweite dieser Brille zu verstehen. Kürzlich schrieb ich salopp, dass Apple die Produktion der Vision Pro vielleicht zum Jahresende stoppt. Berichten zufolge wird die Produktion bereits seit März zurückgefahren und soll zum Jahresende auslaufen. Apple arbeite nun an einer deutlich günstigeren Version, die auf den Namen Vision Air getauft werden könnte.
Die aktuelle Vision Pro kostet 3.500 USD. Zuckerbergs Meta hat eine AR-Brille für 500 USD. Die kann zwar qualitativ nicht an Apples Vision Pro heranreichen, doch ist sie für die meisten heutigen Anwendungen gut genug. Es gibt offensichtlich nur wenige Spezialfälle, für die sich die teure Vision Pro rechnet. Doch das kann Apple verschmerzen, solange die Vision Pro eine lukrative Nische besetzt.
Doch die Markteinführung der Meta Ray Ban Glasses (übrigens kostet sie nur 200 USD) hat diese gemütliche Ecke nun eigerissen. Mark Zuckerberg arbeitet nicht an einer alternativen Brille, sondern er arbeitet an nicht weniger als der Ablösung des Smartphones.
Die Richtung ist klar: In zehn Jahren wird niemand mehr mit einem Smartphone in der Hand telefonieren. Naheliegend ist eine Kombination aus Uhr, Ohrstöpsel und Brille (Apple Watch & AirPods & ?). Apple Glasses war ein Projekt, das dieses Ziel verfolgte. Doch statt einer alltagstauglichen Brille brachte Apple die Vision Pro auf den Markt.
Wichtig für den Smartphone-Nachfolger ist, frühzeitig die Entwickler zu begeistern, damit möglichst viele Apps für die Brille entwickelt werden. Eine Brille ohne Apps taugt nichts. Und wer der Erste ist, wird sich einen Vorsprung erarbeiten. Zuckerberg ist der Erste.
Damit ist Meta bestens positioniert, um das zukünftig führende Betriebssystem für AR-Brillen zu definieren. Es ist etwas, das Zuckerberg noch nie gelungen ist. Immer muss er seine Anwendungen auf dem Web-Browser laufen lassen oder Apps über den App-Store von Apple oder Android an den Mann bringen, wobei Apple und Alphabet auf diesem Weg ordentlich Gebühren abzweigen (Apple 30%). Zuckerberg möchte endlich seinen eigenen, direkten Zugang zum Kunden haben.
Das Ziel der Meta Ray Ban Brille ist also in erster Linie, das entsprechende Betriebssystem im Markt als Standard zu etablieren. Denn vermutlich wird die Brille irgendwann das Smartphone ablösen.
Das darf Apple natürlich nicht zulassen. So erkläre ich mir, dass die Entwicklung der Vision Pro deutlich zurückgestutzt wurde. Die Kräfte werden nun in die Entwicklung der Apple Glasses gesteckt. Bislang erwarten Analysten die Apple Glasses für Ende 2025 oder irgendwann im Jahr 2026. Ich würde es als Bestätigung meiner These sehen, wenn Apple damit nun schneller an den Markt geht.
Also: Apple verspürt mächtig Gegenwind: Elon Musk und Mark Zuckerberg schießen bei den beiden wichtigsten Entwicklungen, KI & Glasses, gegen Apple. Doch es ist nichts Neues, dass Apple mit Gegnern und Konkurrenz zu tun hat. Mögliche Lösungen sind bereits vorgezeichnet: ChatGPT ist nicht Exklusiv-Partner von Apple, sondern Apple kann jederzeit andere KIs hinzufügen und somit die Kritik von Elon Musk zumindest relativieren. Und Apple Glasses könnten aufgrund der Erfahrung von Apple bei Produktgestaltung und im Bereich des Betriebssystems deutlich besser sein als die Meta Ray Ban Glasses von Mark Zuckerberg und somit trotz verspätetem Start schnell eine dominante Position einnehmen. Wir wissen nicht, was passiert, aber ich habe Ihnen diese beiden Themen aufgezeigt, damit wir die Entwicklungen gemeinsam verfolgen können.
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Novo Nordisk: Wegovy-Absatz springt an
Mi, 06. November um 13:12 Uhr
Heute früh veröffentlichte Novo Nordisk Q3-Zahlen. Der Gewinn je Aktie liegt mit 0,82 EUR um 2% über den Erwartungen, ein Anstieg um 24% ggü. Vorjahr. Der Umsatz blieb mit 9,5 Mrd. EUR jedoch um 2% hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Doch das ist nebensächlich, wichtig für Anleger ist der Umsatzsprung bei der Abnehmspritze Wegova um 79% auf 2,3 Mrd. EUR. Dies liegt um 11% über den Erwartungen der Analysten.
Immerhin macht Wegovy nun also schon 24% des Konzernumsatzes aus.
Der Umsatz mit Ozempic, dem ähnlich aufgebauten Diabetes-Medikament, wuchs um 25% an, blieb jedoch um 5% hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Hier konnten die Lieferengpässe offensichtlich noch nicht gelöst werden und es wird sicherlich einige Analysten interessieren, ob der Engpass bei Wegovy (Abnehmspritze) zu Lasten von Ozempic (Diabetes) gelöst wurde. Sprich: Hat Novo Nordisk die Versorgung des Diabetes-Marktes zugunsten des Adipositas-Marktes belastet?
Novo Nordisk wird die Frage mit "nein" beantworten, denn bereits seit Monaten weist Novo Nordisk darauf hin, dass das Wachstum bei Wegovy nicht zu Lasten der Versorgungssicherheit bei Ozempic erfolgt. 25% Umsatzwachstum sind sicherlich als Erfolg zu sehen, wenn wir berücksichtigen, dass Wegovy vor einem Jahr noch von Vielen als Abnehmmedikament missbraucht wurde. Sie erinnern sich: Wegovy wurde erst letztes Jahr zugelassen, zuvor war jedoch bereits die Abnehmwirkung des ähnlich aufgebauten Ozempic bekannt und so nahmen viele Menschen Ozempic bereits "off-labil", also auf eigene Kosten.
Also der Umstand, dass Ozempic nicht so stark wächst, wie von Analysten erwartet, wird von Anlegern verschmerzt, weil Wegovy deutlich stärker wächst als erwartet.
Außerdem sorgen sich Anleger um den Ausbau der Fertigungskapazitäten. Novo Nordisk möchte mit der Übernahme von Catalent die eigenen Fertigungskapazitäten deutlich ausbauen. Doch die US-Wettbewerbsbehörde hat kürzlich Bedenken zu der Übernahme geäußert. In einem Interview auf Bloomberg sagte CFO Karsten Knudsen heute früh, dass man auch ohne die Übernahme von Catalent die Produktion im kommenden Jahr 2025 ausreichend ausweiten werde, um die erwartet sprunghaft ansteigende Nachfrage bedienen zu können.
Meine Anmerkung: Ein US-Präsident Donald Trump wird Übernahmen wesentlich freundlicher gegenüberstehen als sein Amtsvorgänger. Während der vergangenen vier Biden-Jahre erarbeitete sich die Wettbewerbsbehörde den Ruf, an jeder Übernahme etwas auszusetzen zu haben. Die Chancen auf eine Genehmigung der Übernahme dürfte also nach dem Regierungswechsel in den USA nun gestiegen sein.
Ein weiteres großes Thema ist die Entwicklung neuer Medikamente, bei Novo Nordisk also insbesondere eine Abnehmpille sowie auch eine verbesserte Version von Wegovy.
Die Abnehmspritze werde zumindest im Jahr 2025 noch der Stand der Dinge sein, auch wenn sich irgendwann eine Pille hinzu gesellen könnte. Und das Nachfolgeprodukt von Wegovy heißt Cagrisema und werde bereits ab Ende dieses Jahres produziert, so Knudsen.
Die Aktie von Novo Nordisk springt heute um 6% an. Für mich klingen die Informationen so, als seien die Bedenken, die nach den Q-Zahlen vor drei Monaten über die Fertigungsengpässe aufkamen, nun bereits wieder ad acta gelegt.
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Puma: Zahlen buh, Analystencall juhu!
Mi, 06. November um 17:49 Uhr
Heute früh veröffentlichte auch Puma Q-Zahlen. Der Umsatz blieb nach negativen Währungseffekten (Euro zu schwach) unverändert bei 2,3 Mrd. EUR und lag um 3% unter den Erwartungen. Der Gewinn fiel um 3% auf 0,85 EUR je Aktie und lag ebenfalls um 3% unter den Erwartungen.
Zeitgleich zeichnete sich ein Wahlsieg Donald Trumps ab, so dass sich Puma auf neue Einfuhrzölle in die USA einstellen muss. Die Börsenzeitung rechnete vor, dass 32% der Puma-Importe nach USA in China produziert würden, bei Adidas seien es nur 14%.
Die Aktie von Puma gab heute bis zum Analystencall um 15 Uhr 4% ab. Klar: Zahlen verfehlt und ein Opfer der zu erwartenden Trump Politik - diese Aktie möchte kaum jemand im Depot haben.
Im Analystencall wurden die Dinge dann zurecht gerückt. Seit einigen Jahren verfolge das Unternehmen bereits das Multi-Country-Sourcing: Mit langfristigen Partnern, die Produktionskapazitäten in mehreren Ländern besitzen, kann Puma je nach Bedarf flexibel zwischen verschiedenen Produktionsländern wechseln und dabei strategisch vorteilhafte Kosten (FOB, Transport, Zölle) für sich nutzen.
Der Anteil der Gesamtproduktion in China betrage etwa ein Drittel, davon werde jedoch ein guter Teil direkt in China verkauft. In China würden daher nur rund 25% der Unternehmenswaren für den Export produziert, und davon wiederum gehe nur ein Teil in die USA. Einige Produkte würden bereits vollständig außerhalb Chinas produziert.
Also: Zum einen sind die Zahlen der Börsenzeitung falsch, zum anderen ist Puma flexibel, auch künftig eventuell noch höhere Zölle durch eine Verschiebung der Fertigung abzufangen.
Ich hatte allerdings den Eindruck, dass die wenigsten Analysten an den Zahlen interessiert waren. Komischerweise fragten Analysten nach der Anzahl der Farben und dem Zeitplan, mit dem das neue Puma Retro-Modell "Speedcat" in den Markt gegeben wird.
Speedcat ist der alte Puma-Schuh, den die älteren Semester unter Ihnen vielleicht noch aus der Kindheit kennen. Nachdem Adidas große Erfolge mit den eigenen Retro-Modellen feiert, springt Puma nun auch auf diesen Zug auf. Der Schuh wird mit einem neuen Marketing-Konzept verkauft: Er wird nicht als ein Schuh von Puma vermarktet, sondern Speedcat soll eine eigene Marktwahrnehmung erzeugen.
Das erinnert mich an meinen Lieblingsschuh, den Onitsuka Tiger von Asics. Obwohl die Asics-Streifen dominant über den gesamten Schuh laufen, findet man kaum einen Bezug zu Asics. Es gibt einen eigenen Vertrieb und der Schuh wird nahezu unverändert für verschiedene Sportarten optimiert (unterschiedliche Sohle, sonst gleich). Zudem gibt es ihn in verschiedenen Materialien, von Plastik bis Leder. Auch der Onitsuka Tiger hat einen Retro-Look und erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit.
Der Speedcat von Puma hat das Potential, in diesem Marktsegment erfolgreich zu sein. Analysten zumindest sind überzeugt davon, sonst wäre die Aktie nicht nach dem Analystencall von -4% auf +4% gedreht. Ja, tatsächlich kletterte die Aktie im Tagesverlauf um 8% nach oben.
Die vergangenen fünf Quartals verzeichnete Puma einen kontinuierlich rückläufige Umsatzentwicklung. Ab dem laufenden Quartal soll's wieder bergauf gehen, für Q4 wird ein Umsatzplus von 14% erwartet. Doch im Jahr 2025 soll's dann erst richtig losgehen, für den Gewinn wird ein Sprung um 30% erwartet. Wie bereits häufiger gesagt: Ein EV/EBITDA von nur 8 ist viel zu günstig für diese Aussicht.
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Wheaton Precious Metals: Solide Zahlen, Aktie im Minus, Teilverkauf
Fr, 08. November um 12:40 Uhr
Wheaton Precious Metals vermeldete soeben seine Q3-Zahlen: Der Umsatz des Unternehmens stieg um 38% auf 308,3 Mio. USD, hauptsächlich dank eines Anstiegs des realisierten Goldäquivalentpreises um 26%. Zusätzlich konnte Wheaton den Verkauf von Gold um 10% steigern, was zu einem erheblichen Anstieg des Vorsteuergewinns um 50% führte. Die Jahresproduktionsprognose für 2024 wurde bestätigt, die Quartalsdividende wurde um 3,3% auf 0,155 USD erhöht.
Wheaton erweiterte kürzlich sein Portfolio durch den Erwerb eines Gold-Streams vom Kone-Goldprojekt in der Elfenbeinküste für eine Vorauszahlung von 625 Mio. USD. CEO Randy Smallwood lobte die starke operative Cashflow-Generierung und eine über 30% höhere operative Marge im Vergleich zum Vorjahr.
Die Aktie reagiert zunächst mal schwach auf diese Zahlen. Es fällt auf, dass mehr Gold verkauft als produziert wurde. Wheaton Precious erhält als Streamer Zahlungen in Form von Gold durch die Goldminenbetreiber, deren Goldförderung sie vor Jahren finanzierten. Die Zahlungshöhe hängt von der Produktion der Minen ab. Das erhaltene Gold verkauft Wheaton Precious dann über den Markt. Doch der Verkauf erfolgt nicht umgehend, sondern das Gold kann durchaus mal eine Weile zwischengelagert werden. Im abgelaufenen Quartal wurde so um 10% mehr Gold verkauft als produziert.
Trotzdem blieb der Umsatz mit 308 Mio. USD hinter den Erwartungen von 319 Mio. USD zurück. Auch der Preisanstieg am Edelmetallmarkt sorgte nicht dafür, das Umsatzziel zu erreichen. Immerhin sprang die Profitabilität überproportional an, der Gewinn liegt mit 0,34 USD/Aktie um einen Cent über den Erwartungen.
Die Produktionsmenge der finanzierten Minenbetreiber ist eigentlich bekannt, damit auch die Menge der Edelmetalllieferungen. Der Verkaufspreis lag im abgelaufenen Quartal um 3% über den Erwartungen. Auch das kann also nicht die Ursache für den schwachen Umsatz sein. Folglich bleibt in meinen Augen nur der Lagerbestand, der offensichtlich "nur" mit 10% zum Umsatz beitrug. Tatsächlich bilanziert Wheaton Precious Vermögenswerte mit 930 Mio. USD, Analysten gingen von nur 759 Mio. USD aus.
Operativ gibt es in meinen Augen also keinen Grund zur Sorge: Es wird mehr gefördert als erwartet, der Verkaufspreis ist höher als erwartet, die Kosten geringer, dadurch der Gewinn wiederum höher als erwartet. Lediglich der Umsatz, der durch Lagerverkäufe aufgepeppt werden kann, blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie reagiert erst einmal mit einem leichten Minus, doch wir dürfen gespannt sein, ob im Nachgang zu den Zahlen vom Management noch Erklärungen gegeben werden. Ein Analystencall ist diesmal nicht geplant.
Ich denke, das Minus in der Aktie stammt vielmehr aus dem geänderten Umfeld: Donald Trump hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Er wird die Verschuldung der USA stärker nach oben schrauben, was zu mehr Staatsanleihen im Markt führen wird, die durch das Überangebot auf ihren Preis drücken, was wiederum das Zinsniveau in den USA nach oben schrauben wird. Höhere Zinsen und ein dadurch fester US-Dollar führt stets zu rückläufigen Goldpreisen - so auch diesmal.
Ob diese Kette so eintreten wird, ist eine andere Frage. Doch zunächst wird diese Kette der Abläufe erwartet und daher könnte der Goldpreis, und damit auch der Aktienkurs von Wheaton Precious, noch eine Weile unter Druck sein. Ich würde daher einen Teil unserer Position verkaufen, die Positionsgröße von aktuell 4,5% Portfolioanteil auf 3% stutzen und den Teilgewinn von 33% seit Jahresbeginn (71% seit Erstkauf im Jahr 2020) sichern.
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6. Leserfragen
Vielen Dank für Ihre zahlreichen Fragen! Wenn ich eine Frage beantworte, dann möchte ich das fundiert und möglichst relevant für alle über 25.000 Heibel-Ticker Mitglieder machen. Deswegen haben wir über die Jahre folgendes Vorgehen für Leserfragen entwickelt:
• Fragen zu administrativen Themen (Abo, E-Mail-Zustellung, interner PLUS-Bereich …) werden stets binnen kurzer Zeit beantwortet.
• Fragen zu Aktien aus unserem Portfolio werden inhaltlich in das nächste PLUS Update zum entsprechenden Portfoliotitel eingearbeitet, sofern für die Mitglieder von Interesse.
• Die wichtigsten Fragen zu allgemeinen Börsenthemen sowie zu Einzeltiteln werden in beiden Heibel-Ticker PLUS und free Varianten beantwortet.
Mit dieser Vorgehensweise habe ich möglichst viel Zeit für die Recherche von Themen, die für möglichst viele Mitglieder relevant sind, dass meine Antworten einem großen Teil unserer Gemeinschaft Mehrwert bieten.
Leider war es in der Vergangenheit teilweise so, dass ich viel Zeit in die Recherche für individuelle Fragen gesteckt habe und dadurch Zeit für die Analyse von Aktien und das Ausarbeiten von neuen Empfehlungen fehlte. Das war besonders den zahlenden Heibel-Ticker PLUS Mitgliedern gegenüber unfair, denn diese dürfen erwarten, dass ich meine Energie dahingehend einsetze, für alle PLUS Mitglieder relevante Themen auszuarbeiten. Ich hoffe auf Ihr Verständnis :-)
ASML in langgezogener Talsohle
Sehr geehrter Herr Heibel,
vielen Dank für Ihre Information zu Nvidia. Leider habe ich eine Position von ASLM weil ich die Aktie als Weltmarktführer und alleiniger Hersteller dieser Maschinen als sicher angesehen habe. Wer kann denn überhaupt die Maschinen zur Herstellung der neuen Chip Generation bauen, wenn nicht ASML? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einen Hersteller nennen könnte der dazu in der Lage ist.
Was würden Sie mir raten: verkaufen oder aussitzen. Für eine kurze Mitteilung wäre ich Ihnen sehr dankbar. Würden Sie mir raten die Position ASML vorsichtshalber mit Verlust ca. 20% zu verkaufen?? Oder lieber halten und an den weiteren Erfolg zu glauben. Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Peter aus Hamburg
ANTWORT
Je kürzer die Antwort, die ich gebe, desto aufwendiger die Recherche. Um Ihnen einen kurzen, verlässlichen Rat über Verkaufen oder Aussitzen zu geben, müsste ich die ganze Welt verstehen ;-).
Die Maschinen von ASML sind entscheidend für die Herstellung von KI-GPUs. ASML ist der führende Anbieter von Lithographie-Systemen, insbesondere von extrem ultravioletten (EUV) Lithographie-Maschinen, die für die Produktion der feinen Strukturen auf Siliziumwafern für Hochleistungschips, wie sie in KI-GPUs verwendet werden, notwendig sind. Eine enge Zusammenarbeit zwischen ASML und NVIDIA unterstreicht die Bedeutung dieser Technologie. NVIDIA und ASML haben mit TSMC und Synopsys eine Kooperation, um die KI-GPU-Chipfertigung voranzutreiben. Dabei wird die NVIDIA cuLitho Softwarebibliothek für die rechnergestützte Lithographie in die Systeme von ASML integriert, um die Effizienz und Präzision bei der Herstellung von KI-GPUs zu steigern.
Die Fertigung von KI-GPUs wurde jedoch schon 2023 hochgefahren, der Umsatz von ASML sprang 2023 um 30% an. Im laufenden Jahr 2024 bleibt der Umsatz jedoch nahezu unverändert auf diesem Niveau bestehen, Wachstum wird erst wieder für 2025 erwartet (dann +15%). Tatsächlich stabilisierte sich der Umsatz im abgelaufenen Q3, nachdem im ersten Halbjahr 2024 jeweils ein Minus erwirtschaftet wurde. Schon für das laufende Q4 wird ein Umsatzanstieg um 24% erwartet.
Es hat also tatsächlich den Anschein, als hätte ASML die Talsohle bereits durchschritten. Ich traue diesen Zahlen jedoch nicht, denn der Auftragseingang gibt noch keine positiven Signale aus: In den fünf Quartalen vor 2023 lag der Auftragseingang je Quartal stets über 6 Mrd. USD. In den vergangenen 8 Quartalen wurde die 6 Mrd. USD-Marke nie erreicht. Da Aufträge stets ein vorlaufender Faktor für die Umsatzentwicklung bei Maschinenbauern sind, sehe ich noch nicht wirklich den positiven Turnaround, der der Aktie Beine machen könnte.
Somit bleibe ich bei meiner Einschätzung: Die Aktie muss man nicht haben. Künftig rechne ich jedoch aufgrund der guten Marktposition von ASML wieder mit einem deutlichen Aufschwung, doch das könnte noch einige Quartale auf sich warten lassen. Wenn Sie also gute Nerven haben, könnte es sich lohnen, die Sache auszusitzen. Sollten Sie lieber für ein Ende mit Schmerzen zu haben sein, um das Geld anderswo einzusetzen, dann ist auch das eine mögliche Option.
Wir sitzen mit PVA Tepla in einer ähnlichen Situation und ich habe mich fürs Aussitzen entschieden.
Flatex DeGiro aus moralischen Gründen meiden
Sehr geehrter Herr Heibel,
seit ein paar Monaten bin ich (wieder) Abonnent Ihres Börsenbriefs. in Ihrem letzten Börsenbrief haben Sie geschrieben, daß sich Flatex in eine Richtung entwickelt, die Ihnen nicht gefällt. Da sich in meinem Depot auch eine größere Menge Flatex-Aktien befindet, möchte ich gerne wissen, was Sie an Flatex stört und wie Sie die weitere Kursentwicklung einschätzen. Würden Sie die Aktien verkaufen?
Mit freundlichem Gruß
Hans-Jürgen aus Bremen
ANTWORT
Wie Sie wissen, schütze ich unsere Heibel-Ticker Mitglieder vor unüberlegten Währungen in der ausufernden Kryptowelt, empfehle aber gleichzeitig den in meinen Augen fundamental einmaligen Bitcoin. Ich empfehle den Mitgliedern Unternehmensbeteiligungen, genannt „Aktien“, von Unternehmen, die ich für langfristig gut aufgestellt halte. Es gibt bei mir keine Penny-Stocks und auch keine Derivate mit undurchsichtigen Konditionen. In meiner Zeit bei der Schweizer Börse SWX konnte ich sehen, dass der Großteil der Anleger mit Hebelprodukten Geld verliert, die Emittenten gewinnen. Solche Produkte finden im Heibel-Ticker keine Erwähnung.
Bei Flatex gab es Turbulenzen im Management, der Großaktionär Bernd Förtsch ersetzte die Führung, die sich auf den günstigen Handel von Aktien konzentriert hatten, mit einer Führungsriege, die den Handel in unzähligen Kryptowährungen vorantreiben und das Angebot an Hebelprodukten ausbauen möchte. Das ist die Richtung, die ich nicht gut finde.
Der Eine oder Andere wird schmunzeln, dass ich gerade an dieser Stelle meine Moral über Profitchancen stelle. Ich habe nicht gedient, kann mich also nicht als Militärexperte bezeichnen. Ich bin kein Ingenieur, kann also auch nicht vorschreiben, welche Energietechnologie die beste ist. Aber ich beschäftige mich mein Leben lang schon mit dem Banken- und Brokersektor. Und dort, bilde ich mir ein, kann ich einschätzen, wer im Interesse der Kunden agiert, und wer nicht.
Die Aktie ist in meinen Augen fair bewertet: das KGV 2025e von 7 ist für das erwartete Gewinnwachstum von 7% angemessen.
Vermögenssicherung: Franken in Schweiz und Liechtenstein
Hallo Herr Heibel,
in ihrem Ticker 24/43 verfolgte ich mit besonderem Interesse die Leserfrage zur Vermögenssicherung,insbesondere die Eröffnung eines Kontos auf der Basis von Schweizer Franken in der Schweiz oder Lichtenstein.Vielleicht können sie mir einige Hinweise über die Vor.-und Nachteile eines solchen Kontos,die
Sicherheiten,die
Kriterien bei der Auswahl einer Bank bzw. eine Empfehlung für eine Bank geben.
Viele Grüße aus dem Vogtland
Knut aus dem Vogtland
ANTWORT
Aus Sicht der Vermögenssicherung gibt es zwei mögliche Gründe für ein Konto in der Schweiz oder in Liechtenstein. Zum einen, weil Sie einen Teil Ihres Vermögens gerne in Schweizer Franken stecken wollen, zum anderen weil Sie der heimischen Justiz entkommen möchten.
Den ersten Grund können Sie auch mit Ihrer Bank realisieren, indem Sie ein Währungskonto einrichten - oder aber bspw. eine Schweizer Aktie wie in unserem Dividendenbereich und Depot nehmen.
Wenn Sie der heimischen Justiz entkommen möchten, sollten Sie sich nicht nur Gedanken über ein Konto, sondern auch über einen Ort machen, den sie in der Schweiz aufsuchen können, wenn sich die Situation in unserem Land aus Ihrer Sicht zuspitzt. Sprich: Da sind wir schon bei einer ziemlich heftigen Schwarzmalerei.
Vielleicht betrachten Sie ja Turbulenzen in der Heimat als vorübergehend und wollen Ihr Vermögen in der Schweiz einfach nur zwischenlagern, bis es vorbei ist. Das sehe ich kritisch: Sie müssen Ihre Auslandskonten hierzulande angeben, geheim ist das Geld in der Schweiz also ohnehin nicht. Und wenn es hierzulande wirklich hoch her geht, dann wird man auch auf solche Auslandskonten zugreifen wollen. Vielleicht ist da die Hürde noch etwas höher als bei inländischen Konten, aber unmöglich ist das nicht.
Hmm, soweit meine Gedanken zu ihrer Frage. Einen goldenen Weg kann ich Ihnen nicht nennen. Ich persönlich bin in Deutschland verwurzelt und möchte so lange wie möglich Teil der Gesellschaft sein. Und dazu gehört das Befolgen unserer Gesetze, auch wenn manche davon unsinnig erscheinen :-).
Zementindustrie erhält günstige Energieträger
Servus Herr Heibel,
Gratulation zur Analyse [zu Holcim]. Ich darf ihnen als Unternehmer aus der Recyclingwelt berichten, dass alle Zementwerke ihre Margen sogar noch steigern werden! Am Markt ist schon sehr lange (inklusive Osteuropa) zu beobachten, dass der Preis für Zement und Beton nicht wirklich sinkt.
ABER, die Produktionskosten haben sich für die Zementindustrie deutlich reduziert!
Warum? Weil [Betreiber von Recyclinganlagen wie] ich und meine Kollegen als Lieferanten von Ersatzbrennstoff für die Zementwerke regelrecht erpresst werden. Es wurden viel zu viele Recyclingkapazitäten aufgebaut. Wir müssen für aufbereiteten, qualitätsgesicherten Ersatzbrennstoff (=Energieträger) aktuell € 40,--/t [an Abnehmer wie die Zementindustrie] bezahlen. Vor 3-4 Jahren habe ich noch € 20,--/t vergütet bekommen.
Zusätzlich sind die Energiekosten für Gas/Öl/Koks/Strom wieder sehr weit herunter gekommen. Dadurch konnten m.E die Ertragszahlen signifikant gesteigert werden. Und das bei fallenden Umsätzen – Frage an Sie – sieht man das in den Bilanzkennzahlen schon?
Die Zementproduktion ist deutlich zurück gegangen, das wird auch noch 2025 so sein. Laut Jahresgespräch mit Zementwerk von letzter Woche.
Österreich: ca. 500 kg Zement pro Person oder Haushalt p.a. - hab ich mir nicht gemerkt ;--((
Deutschland: knapp über 250 kg Zement pro Person oder Haushalt p.a. Da ist noch viel Potential in DE wenn die Weichen in DE neu gestellt werden (soll ja nicht mehr lange dauern).
Und der Wiederaufbau Ukraine wird auch irgendwann ein Thema. Es gibt bereits erste Ersatzbrennstoffexporte in die Ukraine (aus Polen). Recherchieren Sie bitte wer für den Wiederaufbau in der Ukraine am besten positioniert ist?
Ich sage es meinen Kollegen ständig – bevor sie weiter auch nur einen Euro in die eigene Anlage investieren, sollen sie besser Aktien der Zementhersteller kaufen. Aus Sicht eines Geschäftspartners sind die großen Player keine Partner – es wird auch zu Übernahmen der EBS-Aufbereiter kommen.
Grüße aus Mattighofen
Christian
P.S.: Mattighofen = KTM = Pierer Mobility – haben Sie den Kurseinbruch gesehen? Wir hören da aktuell nix Gutes zu „Ready to Race“!
ANTWORT
Herzlichen Dank für Ihre Einblicke.
Ja, der Umsatz von Holcim ging 2023 um 7,5% zurück, der Rückgang betraf alle einzelnen Quartale. Für das laufende Jahr wird eine Stabilisierung auf dem nunmehr niedrigeren Niveau erwartet und erst 2025 soll der Umsatz wieder leicht (+4%) ansteigen.
Trotz des Umsatzrückgangs im Jahr 2023 konnte der Gewinn je Aktie um 131% anspringen. Für das gesamte Jahr 2024 wird ein weiterer Anstieg um 6% erwartet und für 2025 nochmals 9%. Es bleibt also bei einem überproportional ansteigenden Gewinn.
@Pierer Mobility: Der Inhaber von KTM Motorrädern und Felt Rennrädern verzeichnet bereits seit 2022 einen kontinuierlichen Kursrückgang um insgesamt 85%. Inzwischen werden 2,3 Mrd. EUR Umsatz mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 420 Mio. EUR bewertet. Das liegt wohl auch an den hohen Schulden, die mit 1,6 Mrd. EUR viel zu hoch sind. Immerhin läuft der Großteil der Finanzierungen bis 2028.
Die Pandemie trat einen Sturm auf Zweiräder, also sowohl Fahrräder als auch Motorräder, los. Die Aktien sprangen an, das Geschäft wurde auf ewiges Wachstum ausgerichtet. Doch es war nur ein Strohfeuer und so befindet sich Pierer Mobility nun in der schmerzhaften Landungsphase. Zurück auf den Boden der Tatsachen. Auch der Umsatz ist übrigens rückläufig.
Doch inzwischen ist die Aktie weniger wert als noch vor Corona und der Umsatz, wenngleich rückläufig, ist noch immer um 25% höher als vor Corona. Ich kann Ihnen nicht sagen, wo die Aktie einen Boden finden könnte. Aber ich habe den Eindruck, dass zunächst noch weitere Restrukturierungsentscheidungen erforderlich sind, bevor der Abwärtstrend endet.
SMA Solar -90% in 2 Jahren
Hallo Herr Heibel,
Vielen Dank für Ihre gute aufbereiteten Einschätzungen.
Ich habe gerade festgestellt wie stark die Aktien der Erneuerbaren Energien Branche in den letzten Wochen und Monaten abgestuft wurden.
Insbesondere die PV Branche (z.b. SMA) sind in ihrem Wert stark gesunken.
Mich würde ihre Einschätzung dazu sehr interessieren. Sind erneuerbare Energien wirklich so stark rückläufig? Liegt es an den Energiepreisen oder sind es einfach nur die Margen?
Vielen Dank und Grüße vom Bodensee!
Tobias aus Allensbach
ANTWORT
Ich halte nicht viel von SMA Solar oder auch Solaredge. Als Anbieter von Wechselrichtern befinden sie sich im Wettbewerb mit Huawei und anderen chinesischen Anbietern, die eine vergleichsweise einfache Technologie günstiger herstellen können.
Unter einem US-Präsidenten Donald Trump wird die Energieproduktion nicht mehr so stark gefördert werden wie zuvor. Dennoch wird Trump meiner Einschätzung nach nichts dagegen unternehmen, sondern lediglich darauf achten, dass die Fertigung im Inland erfolgt. Wir haben ja schon eine entsprechende Solaraktie, die ausschließlich innerhalb der USA produziert, im Heibel-Ticker Portfolio. Die ist wesentlich besser für die nun kommende Zeit positioniert. Das zeigte sich bereits diese Woche, denn sie hat als einzige Solaraktie ihr Kursniveau halten können, während alle anderen nach Trumps Wahlsieg ausverkauft wurden.
Also: Woran liegt es, dass die Solaraktien so schwach laufen? Nun, auch die Solaraktien konnten sich über eine sprunghaft angestiegene Nachfrage in der Coronazeit freuen, Autarkie wurde groß geschrieben. Es folgt nun die Ernüchterung, während sich gleichzeitig die Konkurrenz aus China weiterentwickelt hat. Solarenergie wird ein wesentlicher Bestandteil unseres Energiemixers sein, doch die Konkurrenz aus China drückt auf den Preis und somit auf die Marge.
7. Übersicht HT-Portfolio
Spekulation (≈20%) =9,1% | WKN | 8.11., 19:25 Uhr | Woche Δ | Σ '24 Δ | Anteil 8x2,5% | ! |
PVA Tepla | 746100 | 12,32 € | 6% | -40% | 1,1% | B |
Puma | 696960 | 45,57 € | 7% | -5% | 3,9% | C |
Coterra Energy | 881646 | 22,74 € | 8% | -2% | 1,7% | B |
DELL Technologies | A2N6WP | 127,39 € | 7% | 5% | 2,4% | A |
Wachstum (≈30%) =37,7% | WKN | 8.11., 19:25 Uhr | Woche Δ | Σ '24 Δ | Anteil 5x6% | ! |
Wheaton Precious Metals | A2DRBP | 60,52 € | 0% | 35% | 3,0% | B |
Medios | A1MMCC | 15,26 € | 1% | -4% | 4,5% | C |
Nynomic | A0MSN1 | 16,90 € | 1% | -47% | 3,2% | C |
Nvidia | 918422 | 137,63 € | 10% | 70% | 6,5% | A |
Palo Alto Networks | A1JZ0Q | 364,93 € | 9% | 25% | 6,2% | B |
Nextracker | A3D5CW | 37,92 € | 3% | -3% | 5,7% | A |
Novo Nordisk | A3EU6F | 100,00 € | -3% | -13% | 5,3% | A |
Apple | 865985 | 212,01 € | 3% | 4% | 3,2% | A |
Dividende (≈30%) = 25,1% | WKN | 8.11., 19:25 Uhr | Woche Δ | Σ '24 Δ | Anteil 5x6% | ! |
CEWE | 540390 | 100,80 € | 3% | 2% | 5,6% | B |
Allianz | 840400 | 287,50 € | -1% | 8% | 5,8% | B |
Snap-On | 853887 | 333,93 € | 9% | 35% | 4,4% | B |
Nitto Denko | 862930 | 15,78 € | 7% | 13% | 6,3% | B |
Absicherung (≈20%) =21,8% | WKN | 8.11., 19:25 Uhr | Woche Δ | Σ '24 Δ | Anteil 3x6,6% | ! |
Goldbarren /Uz | 965515 | 2.508,23 € | -1% | 33% | 10,3% | C |
Südzucker-Anleihe | A0E6FU | 94,43% | -1% | -2% | 2,8% | C |
Symrise %-'12.25 | SYM772 | 0,98 € | 0% | 1% | 3,0% | C |
Bitcoin | A27Z30 | 7133911,00% | 12% | 19% | 5,7% | B |
Σ seit '22 Δ | Woche Δ | Σ '24 Δ | Cashquote | |||
-1% | 4% | 15% | 6,4% |
Heibel-Ticker | Gewichtung | # Positionen | angestrebte Positionsgröße | |||
Portfolio | Ziel | Soll | Ist | Soll | Ist | |
Spekulation | Ereignis | 20% | 9,1% | 8 | 4 | 2,5% |
Wachstum | Enkelkinder | 30% | 37,7% | 5 | 8 | 6,0% |
Dividende | Urlaub | 30% | 25,1% | 5 | 5 | 6,0% |
Absicherung | Zins & Gold | 20% | 21,8% | 3 | 4 | 6,7% |
Summe | 100% | 93,6% | 21 | 21 | 100% |
Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
A | – | Top-Aktie mit günstigem Kurs, |
B | – | Kursrücksetzer zum Kaufen nutzen |
C | – | Kurssprünge zum Verkaufen nutzen, |
D | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
E | – | Sofort Verkaufen |
Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Mitglieder vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- + Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.
Die letzte Spalte wird für eine Einschätzung der Auswirkung aktueller Entwicklungen auf die jeweilige Portfolioposition genutzt. „%“ stuft den Einfluss der Inflation auf das jeweilige Geschäftsmodell ein.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
https://www.heibel-ticker.de
8. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Bloomberg, Deutsche Kurse von comdirect.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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